Gothic
Sie sind schwarz gekleidet. Ihre Erscheinung hat was dämonisches. Sie nennen sich Gothic.
Was ist Gothic überhaupt? Depressive Jugendliche, die den ganzen Tag Selbstmordgedanken mit sich herumtragen? Oder sind es diejenigen, die sich der dunklen Seite der Macht, in den meisten Fällen dem Satanismus, verschrieben haben?
Verneinen lassen sich die beiden Vorurteile nicht ganz. Wie auch in der “normalen” Gesellschaft gibt es in der Gothic-Szene auch suizidente Jugendliche. Und auch der Satanismus wird von einigen als ihre Lebensphilosophie angenommen, wobei es zum Satanismus viele Vorurteile gibt, weshalb ich mich an anderer Stelle diesem Thema gewidmet habe.
Der Begriff “Gothic” ist dem Baustil des 12. Jahrhunderts entsprungen, hat aber heutzutage eigentlich nichts mehr mit architektonischen Kunststilen zu tun. Die heutige Gothic-Bewegung ist Anfang der 1980er Jahre aus den Trümmern der Punk- und New Romantic-Bewegung entstanden – zunächst hauptsächlich in Großbritannien. Allerdings gab es auch schon mehr als ein Jahrhundert vorher leichte Ansätze einer Gothic-Modewelle, als die sogenannten Gothic Novels in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in England immer beliebter wurden und sich daraufhin Menschen auf Friedhöfen, in Ruinen oder an anderen schaurigen Orten versammelten, um ihren Fetisch zu zelebrieren.




