Steuern senken!

Die Zeiten ändern sich.

Dieser Beitrag scheint älter als 12 Jahre zu sein – eine lange Zeit im Internet. Der Inhalt ist vielleicht veraltet.

Der Deutsche ist bekanntlich Weltmeister im „Sich beklagen“. Beliebtes Ziel, besonders bei denen, die sowieso zu viel besitzen: die Steuern. „Die Steuern sind zu hoch!“ Das behaupten jedenfalls die meisten. Jeder verlangt Steuersenkung.

Im Angesicht der Steuersätze, die in Nachbarländern herrschen, ist bei uns jedoch der Steuersatz relativ niedrig. In den skandinavischen Ländern bezahlt man beispielsweise auf die legalen Drogen (Tabak & Alkohol) weitaus mehr als wir Deutschen. Bei uns kostet eine Schachtel Zigaretten doch nur 3,90 €. In Dänemark bezahlt man locker mehr als das Doppelte.

Bei der Frage nach den Steuern wird aber vielmals vergessen, was davon bezahlt wird. Lehrer, Polizisten, Straßen, öffentliche Einrichtungen und natürlich auch die, die das ganze irgendwie leiten: die Politiker. Ich bin zwar selbst der Meinung, dass die Politiker ihren Gürtel ein wenig enger schnallen sollten (besonders Joschka Fischer ist in den vergangen Jahren, in denen er an der Spitze der Politik mitmischt, aufgedunsen wie ein Spanferkel oder eine Weihnachtsgans). Aber das allein würde unsere Notsituation nicht ändern. Alle beklagen sich über fehlende Lehrer, über schlechten Polizeischutz, zuwenig Richter und Staatsanwälte, marode Straßen, zerfallende Gebäude in Innenstädten, zu wenig Museen oder andere öffentliche Einrichtungen. Das sind alles Dinge, die auch durch Steuern finanziert werden. Und dann sollen die Steuern noch gesenkt werden? Ich gehe doch auch nicht zu meinem Arbeitgeber und sage: „Hey Chef! Ich kann meine Miete nicht bezahlen. Könnten Sie mein Gehalt kürzen?“

Zumindest in der oberen Liga, wo die Menschen sowieso mehr als genug haben, könnte man ein wenig mehr abzapfen. Aber solche Menschen stehen entweder unter steuerpolitischer Amnestie oder genießen sontige Vorzüge der deutschen Steuerpolitik. Die schädlichsten Individuen haben aber ihre Konten in Luxemburg oder der Schweiz und keiner, außer dem Besitzer, weiß darüber bescheid. Und dann kommen diese Steuerpreller noch auf die fiesen Gedanken, einfach auszuwandern.
Unser allseits beliebter Herr Michael „Schumi“ Schumacher, Ferrari-Rennpilot und mehrfacher Formel-1-Weltmeister, ist einer dieser Schädlinge für den kleinen Mann in Deutschland. Natürlich kommt es auf den einzelnen nicht an. Und ob Schumi nun ein paar Millionen Euro jährlich an Steuern zahlt oder nicht, stopft das Loch im Haushalt auch nicht – entscheidend ist aber, dass es vermutlich viel mehr Schumis gibt, als wir eigentlich denken. Und weil diese Schumis einfach ins Ausland abwandern, muss in Folge dessen denen das Geld genommen werden, die sowieso keins haben.

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