Männer töten

Die Zeiten ändern sich.

Dieser Beitrag scheint älter als 11 Jahre zu sein – eine lange Zeit im Internet. Der Inhalt ist vielleicht veraltet.

Man muss kein Mörder sein, um einen Mann zu töten. Es geht viel einfacher.

Wir befinden uns in einer Gesellschaft, die paranoid auf sexuellen Missbrauch von Frauen und Kindern reagiert. Und wir sehen es am Beispiel von Andreas Türck. Gegen ihn wurde ein Verfahren eingeleitet, in welchem er als Vergewaltiger dasteht. Ganz egal, ob er es nun war oder nicht: es wird ihm ein Leben lang anhaften. Auch Dank der BILD-Zeitung, die ihn schon vorverurteilt hatte. (Übrigens sieht es inzwischen so aus, als hätte sein vermeintliches Opfer die ganze Geschichte nur erfunden, woran man auch gut die Wirkung einer solchen Geschichte erkennt.)

Daran merkt man, dass allein schon ein Vorwurf in diese Richtung denjenigen, dem dieser Vorwurf gemacht wird, in der Öffentlichkeit diskreditiert. „Verdient“ hat es jemand, der es tatsächlich getan hat, aber wenn jemand unschuldig angeklagt wird, ist es verdammt schwierig, zu rehabilitieren. Daran, dass Menschenleben auf so einfache Weise zerstört werden können sind die Medien schuld. Natürlich leben wir in einem Land, in der die Pressefreiheit gilt und diese Pressefreiheit auch solche Dinge einschließt. Es ist weiterhin auch Pflicht, gegebenenfalls eine Richtigstellung zu veröffentlichen. Doch sind solche Richtigstellungen keine Schlagzeile wert und erscheinen dann irgendwo im Kleingedruckten auf einer der eher uninteressanten Seiten der Zeitung. Sowas liest kaum jemand und so kann sich das Gerücht halten. Auch wenn es alle wissen, dass alles gar nicht stimmte, wird man nun den Mann mit viel kritischeren Augen betrachten, ob man nicht doch ein Fehlverhalten findet. Ganz zu schweigen von den anhaltenden Verspottungen und weiterer verbaler Attacken.

Wenn es um das Thema Kindesmissbrauch geht, ist unsere Gesellschaft jedoch noch sensibler. Es reicht ein netter Blick zu einem Kind, schon reagiert die eine oder andere Mutter darauf mit dem Vorwurf, man hätte sich dem Kind unzüchtig nähern wollen. Ein harmloses Streicheln über den Kopf wird als „betatschen“ aufgefasst. Ein Vater, der seinem Kind einen Kuss gibt, ist plötzlich jemand, der Abends zu seinem Kind ins Bett steigt und sich an ihm vergeht. Herumtollen mit Kindern und aus Versehen an eine Körperstelle gefasst, an die man normalerweise nicht fasst, wird bereits als sexueller Missbrauch gedeutet. Es ist heute schon ein Grund zur Anzeige, wenn ein Vater mit seinem Kind zusammen badet.
Man(n) traut sich heute fast schon gar nicht mehr, eigene Kinder in die Welt zu setzen. Bald fällt irgendwem sicherlich auch noch ein, dass ein Vater nicht die Windeln seiner Kinder wechseln sollte, da es ihn ja evtl. sexuell erregen könnte.

Mich wundert es gar nicht, wenn ein BILD-Zeitungsleser eines der oben genannten Verhaltensweisen zur Anzeige bringt. Obwohl es dazu nicht mal eines BILD-Zeitungslesers bedarf, denn auch Menschen mit höherem Intelligenzquotient neigen zu solch fatalen Taten.
Die Konsequenzen für das Opfer, das „irrtümlich“ für einen Täter gehalten wurde, sind verheerend. Allein der psychische Druck durch Verachtung und Misstrauen der Mitmenschen könnte womöglich zum Suizid führen. Der Denunziant muss allerhöchstens mit einer Verurteilung wegen Falscher Verdächtigung (§ 164 StGB) rechnen, doch ich kann mir vorstellen, dass sich auch dort die Gerichte schwertun und wohl eher die Meinung vertreten, dass es wohl besser gewesen ist, den Tatverdacht zu melden, auch wenn er sich nicht bewahrheitet hat, statt ihn nicht zu melden und es wäre etwas passiert.
In den USA ist es ja sogar möglich, 11jährige Kinder wegen angeblichem sexuellen Missbrauchs ihrer Geschwister ins Gefängnis zu stecken. Das lässt erkennen, dass hinsichtlich der Straftat, dem tatsächlichen sexuellen Missbrauch von Minderjährigen, sehr viele Möglichkeiten offen sind.

Wer also einen Mann töten möchte, ohne sich die Hände schmutzig zu machen, der muss nur ein Gerücht über ihn streuen, er vergreife sich sexuell an Kindern oder würde Frauen sexuell nötigen.

4 Gedanken zu „Männer töten

  1. Geht auch in die Richtung: Als ich mich vor 8 Jahren als schwul outete und mich kurz darauf von meiner Familie trennte, wurde mir zugetragen, dass eine „gute Freundin“ zu meiner Frau gesagt hat: Das hab ich mir schon immer gedacht, so wie er sich mit eurem Sohn beschäftigt hat!“
    Unser Sohn war ein Wunschkind und ich habe mich halt mit meinem Sohn beschäftigt, wie es jeder Vater machen sollte, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt oder an Wochnenenden- so wie es mein Vater halt nie gemacht hat (war ja auch ne andere Generation).
    Das mein Verhalten richtig war zeigt mir das heute immer noch sehr gute Verhältnis zwischen meinem Sohn und mir und zwischen ihm und meinem Freund.

  2. Männer sind perverse Dreckschweine! Tötet alle diese unwürdigen Lebensformen. Männer haben keine Existenzberechtigung. Männer sind von Natur aus Vergewaltiger und missbrauchern Kinder. ALLE!!!!! JEDER MANN IST EIN PERVERSES SCHWEIN!!!!!

  3. Ich kann verstehen, dass es schwer ist für einen Mann, sich solchen Vorwürfen gegenüber zu sehen, wenn man unschuldig ist. Natürlich sind die Medien oftmals nur geil auf die Schlagzeile, ohne auf den Ruf und das ganze Leben des Betroffenen Rücksicht zu nehmen.
    Doch trotzdem muss ich sagen, dass man nicht aufmerksam genug sein kann, wenn es den nur den kleinsten Verdacht auf sexuellen Missbrauch gibt!
    Mütter können nicht genug auf ihre Kinder aufpassen und Frauen sollten mit allen Mitteln versuchen, sich zu schützen! Ich kann nur sagen, dass ich mit 12 Jahren das erste Mal von meinem Stiefvater missbraucht worden bin, das ist ein Erlebnis, dass einem das ganze Leben zerstört und nie wieder aus den Gedanken verschwinden wird! Er hat mich jahrelang, bis zu meinem 16. Lebensjahr immer wieder missbraucht, geschlagen, vergewaltigt… Mein Leben ist und war kein Leben, und es wird auch nie eins sein, und das verdanke ich diesem kranken Mann, der nur seine Macht über die Frauen und über mich demonstrieren wollte…
    Und niemals hat jemand etwas gemerkt! Ich habe geritzt, es hat niemand gesehen! Meine Schreie in der Nacht hat niemand gehört, seine Schläge, wie er mit allem möglichen auf mich eingeschlagen hat, es hat niemand gehört! Nicht mal meine Mutter hat was gemerkt…
    Deswegen, auch wenn derjenige unschuldig ist, nichts ist schlimmer als das, was Männer Frauen antuen können, die sich nicht wehren können, wie Männer ein ganzes Leben auslöschen, eine ganze Seele zerstören können! Niemand, der es nicht erlebt hat, kann es verstehen, aber ich bin der Meinung, dass man gar nicht genug tun kann, um sich oder seine Kinder davor zu bewahren!

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