SAW – moderne Unterhaltung

Die Zeiten ändern sich.

Dieser Beitrag scheint älter als 9 Jahre zu sein – eine lange Zeit im Internet. Der Inhalt ist vielleicht veraltet.

An Halloween ist er in den USA angelaufen, in die deutschen Kinos kommt der vierte Teil der brutalen Folterfilmreihe „SAW“ im Februar. Ich bin kein Psychologe und ich kann mir vorstellen, dass sich schon einige Psychologen darüber Gedanken gemacht haben, was die Gesellschaft so faszinierend an solchen Filmen findet. Ich habe mir unabhängig von anderen Meinungen natürlich auch eigene Gedanken gemacht.

Ok, ich habe definitiv nichts für solche Art Filme übrig und ich kann auch überhaupt kein Verständnis dafür aufbringen, wie man sich an diesen brutalen Folterszenen so ergötzen kann.

Den ersten konnte ich mir noch anschauen, der zweite war gerade noch erträglich, beim dritten ist mir teilweise wirklich schlecht geworden.

Wie gesagt, es entzieht sich meinem Verständnis, wie man solche Filme toll finden kann. Gerade in Zeiten, wo man häufig genug von Foltereien in den Nachrichten hört. Dass sowas auch noch propagiert und verherrlicht wird, ist schon ganz schön armselig. Insofern kann ich da manch einen schon verstehen, der die begeisterten Zuschauer als seelisch oder emotional verkrüppelt bezeichnet.

Na klar, der Fan von solchen Filmen wird jetzt auf den Verteidigungskurs gehen. Eigentlich wird doch gar nicht gefoltert, sondern die Menschen werden lediglich vor die Wahl gestellt, ob sie leben oder sterben wollen – und die Opfer hätten doch sogar tatsächlich eine Überlebenschance. Alles in allem sei es doch eine Kritik der egoistischen Gesellschaft.

Es wird nicht gefoltert? Na ja, ich weiß ja nicht, wie Du es bezeichnen würdest, wenn man Dich mit einer Bombe oder was anderem tötlichen in einem Raum gefangen hält und die einzige Möglichkeit darin besteht, dass Du Dir Dein Auge rauspulst, um einen kleinen Schlüssel zu finden, der das Schloss, welches Dich gefangen hält, zu öffnen. Ich bezeichne es als Folter. Wenn Du meinst, dass das doch nur ein Spaziergang sei, dann bedaure ich Dich. Ganz egal, ob jemand sein Leben zu schätzen weiß oder nicht… ein Raucher weiß sein Leben auch nicht zu schätzen. Eine Legitimation, alle Raucher auf brutalste Weise umzubringen?

Und es geht auch gar nicht um die Story. Dort gibt es sogar ein paar wenige Lichtblicke, die tatsächlich eine Kritik an der Gesellschaft hinein interpretieren lassen. Aber ein findiger Mensch kann auch in Scary Movie eine Gesellschaftskritik finden. Es geht mir allein um die Brutalität, mit der hier gespielt wird. Vielleicht bin ich dafür aber auch einfach zu sensibel… tut mir leid, wenn ich mich nicht darüber freuen kann, wenn ein Mensch nach dem anderen sinnbefreit und auf brutalste Art und Weise niedergemetzelt wird. Und was so ästhetisch daran ist, detailiert zu zeigen, wie Knochen brechen, Adern platzen, Gleidmaßen verstümmelt werden usw. bekomme ich einfach nicht in meinen Kopf.

2 Gedanken zu „SAW – moderne Unterhaltung

  1. Hi!

    Zunächst einmal möchte ich loswerden, dass es interessant ist, was Du hier alles schreibst.

    Ich hätte es wahrscheinlich beim Lesen belassen, wenn da nicht dieser Widerspruch wäre, der mir nur zu sehr bekannt vorkommt…

    Ich nehme ‚mal an, Du bist bekennende Satanistin… Ich bin aufgewachsen mit den Zeugen Jehovas, der Neuapostolischen Kirche, war dann (als ich den christlichen – ich sag‘ ‚mal Charakter – durchschaute) ca. 5 Jahre Satanist. Jetzt bin ich dem Asatru und naturreligiösen Werten verbunden – und endlich, nach langer Suche, glücklich. Warum ich als Satanist nicht glücklich war? – Weil ich, wie Du zwar gegen das Christentum war (was aber mehr einem Rebellieren gegen das Christentum und die Gesellschaft gleichkam) aber eben Schmerz und Folter, Hass, Arroganz, Tod und anderen Begriffen aus der Szene nichts abgewinnen konnte (Beispiel SAW und folgende). Diese sind jedoch untrennbar mit dem Satanismus verbunden. Meine Ex-Freundin / bzw. Ex-Geliebte hatte sich eine eigene satanistische Welt geschaffen, eine liebe freundliche Welt, in der Satan herrscht… Du kannst Dir sicher vorstellen, worauf ich hinaus will. Wenn ich Dir einen Rat geben darf… Riskiere einen Blick über den Tellerrand, es gibt viel zu entdecken außerhalb der monotheistischen Religion, die über die Jahrhunderte alles zerstörte oder vereinnahmte und auch vor Leuten wie Dich und mich nicht halt macht. Ich bin momentan auf dem Level, dass ich ohne Wut und Hass einfach die christlichen lebensverneinenden Menschen bemitleide (und die lebensbejahenden wegen des Selbstbetrugs sowieso 😉 ). Ich entdecke die alten heidnischen Bräuche Europas für mich wieder, die Magie… es ist einfach nur spannend. Das soll kein Missionarsversuch sein – jeder geht seinen eigenen Weg (oder natürlich mit anderen wenigen zusammen) – nein, ich will Dir nur zeigen, dass es neben Christentum und Satanismus durchaus noch Alternativen gibt, die es zulassen, wirklich glücklich zu werden.

    Viele Grüße!
    93Current.

  2. Du magst Recht haben. Ich verschließe mich ja auch nicht grundsätzlich allen anderen Religionen oder Weltanschauungen. Letztendlich ist das, was ich für mich finde, doch nur eine Patchwork-Religion, bestehend aus Elementen der verschiedensten Religionen.

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