Vorlesen verboten

Die Zeiten ändern sich.

Dieser Beitrag scheint älter als 8 Jahre zu sein – eine lange Zeit im Internet. Der Inhalt ist vielleicht veraltet.

Schon wieder hat sich eine Rechteverwertungsgesellschaft einen weiteren Schritt hin zur Maßlosigkeit bewegt. Zwar ist es noch nicht die VG Wort, sondern bislang „nur“ die us-amerikanische Authors Guild, aber es bleibt zu erwarten, dass auch die Damen und Herren in Deutschland mit diesem oder einem ähnlichen Unfug von sich aufmerksam machen. Die Rede ist davon, dass die Authors Guild die Vorlesefunktion des neuen E-Book-Readers von Amazon als Rechteverletzung ansieht. Das Recht, ein Buch laut vorzulesen, müsse nach Ansicht des Chefs der Author Guild, Paul Aiken, gesondert erworben werden.

Wenn man der Logik folgt, würde das bedeuten, dass derjenige, der ein E-Book – oder eben auch ein ganz normales Buch – laut vorliest, Bestimmungen des Copyrights verletzt (die Vorlesefunktion kann man ohne weiteres mit einem menschlichen Vorleser ersetzen). Durch das Vorlesen wird zwar keine Kopie des Werkes erstellt – das ist auch gar nicht nötig. Schließlich handelt es sich beim lauten Vorlesen  nach Maßgabe des US-Copyrights um eine öffentliche Vorführung.

Wieweit diese unsinnige Argumentation der Authors Guild allerdings Bestand haben wird und ob sich vergleichbares auch in Deutschland bspw. durch die VG Wort (Hallo Leute, ich benutze meinen Scanner und meinen Drucker nur, um persönliche Dokumente einzuscannen bzw. zu drucken, Bücher kopiere ich nicht, also hätte ich gerne die ca. 30 € an euch abgetretenen Urheberrechtsabgaben wieder) ereignen kann, wird sich mit der Zeit zeigen…

Quelle: heise.de

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