Endlich wieder Nichtraucher?

Die Zeiten ändern sich.

Dieser Beitrag scheint älter als 4 Jahre zu sein – eine lange Zeit im Internet. Der Inhalt ist vielleicht veraltet.

Gestern habe ich den Entschluss gefasst: „nur noch die drei Zigaretten, dann ist Schluss.“ Mein letzter Versuch war ja nicht besonders von Erfolg gekrönt, denn schon nach wenigen Wochen habe ich wieder gestunken wie ein Kohlekraftwerk.

Nun gut, jetzt wird alles besser. Denke ich. Aber ein vorsichtiges „mal sehen, wie lange ich es diesmal durchhalte“ klingt mit. Das fing schon heute morgen damit an, als ich zu meiner Frau sagte: ich habe Lust auf eine Zigarette. Auf dem Weg zur U-Bahn rauche ich normalerweise meine erste Kippe am Tag. Ich komme an einer Tankstelle vorbei, wo ich immer Nachschub besorge. Heute nicht! Ich bin tapfer, ignoriere den Drang so gut es geht und sitze alsbald in der U- und anschließend in der S-Bahn, die mich zu meinem Arbeitsplatz bringt. Da wartet dann die nächste Herausforderung auf mich, denn auf dem Weg von der S-Bahn ins Büro erwartete mich auch täglich eine Zigarette, der ich heute jedoch gekonnt auslasse. Stattdessen biege ich, in Gedanken versunken, an einer Kreuzung zu früh ab und wundere mich nach ca. 100 Metern, wo ich eigentlich bin. Es ist ja auch gar nicht so einfach, sich darauf zu konzentrieren, wohin man läuft, wenn man den immer noch lockenden Rauchschwaden von Passanten widerstehen muss.

Den Kollegen, mit denen ich regelmäßig vor die Tür gehe, um die Lunge zu teeren, habe ich beinahe schon beleidigte Absagen erteilt. Sehen die nicht, dass ich an einer wichtigen und guten Sache arbeite? Nachdem schon getuschelt wurde – so kam es mit mit meiner etwas breiigen Wahrnehmung jedenfalls vor – entschloss ich mich dann beim täglichen StandUp, auf meine missliche Lage hinzuweisen. Auch um selbst einen gewissen sozialen Druck für mich, dass ich durchhalten muss, aufzubauen. Immerhin erntete ich einen kurzen Applaus und Erfolgswünsche.
Überlebt habe ich die Zeit bis zum Feierabend dann mit viel Kaffee und Bonbons, auch wenn ich mitunter das Bedürfnis verspürte, einen Bissen vom Tisch zu nehmen.

Jetzt habe ich noch diesen Abend zu überstehen, bevor ich mich in einen beruhigenden Schlaf begeben kann. Morgen wird es hoffentlich besser gehen.

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