Kurztest Kaspersky PURE 3.0

Die Zeiten ändern sich.

Dieser Beitrag scheint älter als 2 Jahre zu sein – eine lange Zeit im Internet. Der Inhalt ist vielleicht veraltet.

Ich bin ja weiterhin auf der Suche nach einer guten Alternative für meinen bisherigen Favoriten G DATA AntiVirus. Jetzt habe ich einen Monat lang Kaspersky PURE 3.0 getestet und komme zu dem Ergebnis, dass der russische AntiViren-Spezialist ganz gute Arbeit geleistet hat. Natürlich hat Kaspersky bei der Installation keine Deinstallation anderer AntiVirus-Software durchgeführt, was ich etwas schade finde. Aber dieses Feature ist auch eher ein Nice-To-Have. Die Installation verlief problemlos und ich konnte auch hier auswählen, welche Komponenten ich tatsächlich installiert haben möchte.

Im Betrieb habe ich – abgesehen von den ständigen Meldungen, dass nur eine Testversion installiert sei – sonst so gut wie nichts von dem Virenscanner bemerkt. So soll es ja auch sein. Er soll friedlich und ohne mich am Arbeiten/Spielen zu hindern im Hintergrund laufen. Mit den Standardeinstellungen hatte ich keine Probleme mit der Software, die ich in der Regel verwende. Das heißt, dass ich keine Einstellungen ändern oder Ausnahmen definieren musste. Mein Rechner lief immer flüssig und ohne Einschränkungen beim Surfen.

2014-11-19 17_07_01-Kaspersky PURE 3.0Schädliche Internetseiten (ich hab einfach mal ein paar Links zu Malware-Seiten aufgerufen) werden mit einem entsprechenden Hinweis blockiert. Schädliche Mail-Anhänge werden meist sofort erkannt. Auch Malware, die irgendwo auf der Festplatte abgelegt ist, hat Kaspersky tadellos erkannt.

 

Hierzu muss man allerdings wissen, dass die Standard-Einstellung für das Update der Viren-Definitionen auf „automatisch“ steht. Kaspersky wartet dabei einige Zeit ab, bis es nach dem Hochfahren des Rechners seine Datenbank aktualisiert. Wenn mich nicht alles täuscht, sind das 15 Minuten. Hat man den Rechner also ein paar Tage lang nicht benutzt und öffnet in den ersten 15 Minuten bspw. einen Mail-Anhang, der mit Malware infiziert ist, so ist es gut möglich, dass man sich hier was einfängt. Zu empfehlen ist hier also, dass man die Standardeinstellung des Updates anpasst. Ich habe den Update-Mechanismus auf „stündlich“ gestellt und keine Verzögerung nach Programmstart eingestellt.

2014-11-19 17_16_30-Einstellungen

Erfreulicherweise hat auch die Firewall für keine Probleme gesorgt und das integrierte Backup kann – neben lokalen Medien – auch nach Dropbox sowie auf einen FTP-Server speichern. Die Backup-Methode ist dabei Datei-basiert und differenziell. Für die meisten Endanwender ist das ausreichend, wer sich mehr wünscht, sollte dann aber doch lieber zu Acronis oder einer anderen vergleichbaren Lösung greifen.

Kaspersky PURE 3.0 bietet noch eine Fülle an weiteren nützlichen Werkzeugen. So kann es auf Wunsch alle lokalen Aktivitätsspuren (Dateizugriffslisten, Cookies, Browsercache, Verlauf etc.) löschen oder auch den Rechner von überflüssigen Dateien (bspw. temporäre Dateien) befreien. Mit dem Werkzeug „Sicherer Zahlungsverkehr“ startet Kaspersky den im System eingestellten Standardbrowser in einem sicheren Kontext und ohne die installierten Erweiterungen. So wird das Online-Banking besonders geschützt. Selbstverständlich ist auch ein Werkzeug an Bord, um verschlüsselte Container für sensible Daten zu erstellen. Fehlen darf auch der Passwort-Manager nicht.

Alles in Allem hat Kaspersky mit PURE 3.0 einen soliden und gut durchdachten Security-Allrounder entwickelt, der auf überflüssigen Schnickschnack verzichtet, aber den Benutzer dafür nicht einschränkt oder mit irgendwelchen Problemen konfrontiert.

Schön wäre es noch, wenn ich tatsächlich Rückmeldung für eingereichte Viren unter http://newvirus.kaspersky.com bekommen würde. Bisher jedenfalls habe ich von meinen Einreichungen noch nichts gehört. Und schön wäre auch, wenn Kaspersky auch dort HTTPS verwenden würde, statt den Datenversand unverschlüsselt durchzuführen.

[Update 22.11.2014] Inzwischen habe ich auf meine erste Einreichung eine Antwort erhalten. Schade, dass es knapp zwei Wochen gedauert hat.

2 Gedanken zu „Kurztest Kaspersky PURE 3.0

  1. Super Artikel Arne. Du kennst dich wirklich gut aus und bringst das hier echt professionell rüber. Respekt! Weiter so…

    Ich bin übrigens von avast! FREE auf McAfee Internet Security 2014 (1 Jahr kostenlos) umgestiegen. Aber weil das so schlecht in Tests abgeschnitten hat, hab ich das vor kurzem gegen Bitdefender Total Security 2015 (6 Monate gratis) ausgetauscht

  2. Hi Arne,
    dein Test finde ich gut. Habe vergangenes Jahr von Avira auf Kaspersky (Kauf) übergeschwenkt. Hat dieses Jahr allerdings einmal zu einer Neuinstallation geführt (da ich ein dort empfohlenes Programm ausgeführt habe und nachher nix mehr ging), mehrfach Probleme hatte mit dem Datenbankupgrade (über mehrere Wochen) und mehrere Stunden verbracht habe mit der Fehlersuche, warum z.b. Elster nicht mehr ging, wo Kaspersky keine hilfreichen Tips geben konnte. Letztendlich hat mir ein Forum geholfen.
    Nun überlege ich, GData oder Bitdefender zu testen, werde mich wohl spätstens morgen entscheiden müssen. Dein Test ist dafür sehr hilfreich, vmtl. versuch ich trotz der ganzen Testbewertungen von PC-Zeitschriten erstmal GData.
    Danke für deine Zeit.

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