Die Zahlen sprechen dagegen

Die Zeiten ändern sich.

Dieser Beitrag scheint älter als 2 Jahre zu sein – eine lange Zeit im Internet. Der Inhalt ist vielleicht veraltet.

Unsere Forensoftware versendet E-Mails von einer individuell generierten E-Mail-Adresse. Das Format ist re-xxxxxxx-xxxxxxx-xxxxxxx@service.domain.tld. Die „x“ sind alle Zeichen von [a-z] und [0-9]. Weil immer mal wieder einzelne Nutzer ihr Adressbuch mit Sozialen Netzwerken wie LinkedIn, Xing oder Facebook synchronisieren und alle gefundenen Kontakte einladen, werden auch diese Adressen eingeladen. Reagiert man nicht auf die Einladung, kommt kurze Zeit später eine Erinnerung.

Jetzt kann ich natürlich in jede Mail, die hier im Sammelbecken ankommt, auf den Unsubscribe-Link klicken. Wenn dann aber irgendwann jeder der 2,4 Millionen Nutzer auf die Idee kommt, die Adressen zu LinkedIn etc. zu importieren, hätte ich ne ganze Menge zu tun. Und eine Blockade allein für die Service-Domain am Mailserver einzurichten kann ich leider nicht, sondern nur global für alle vom Mailserver verwaltete Domains.

Also habe ich erstmal LinkedIn darum gebeten, unsere Service-Domain generell zu blockieren. Als Antwort kam, dass man keine Domains blockieren könne, sondern nur einzelne E-Mail-Adressen. Aber ich könnte ja eine Liste der zu blockierenden E-Mail-Adressen zuschicken, man würde die dann einzeln in die Blockliste eintragen.

An der Stelle bin ich ins Rechnen gekommen. [a-z] + [0-9] sind 36 mögliche Zeichen. Der individuelle Teil der E-Mail-Adressen besteht aus drei Blöcken á sieben Zeichen. Daraus ergibt sich eine Anzahl aus 36^21 möglichen Kombinationen. Das ist eine Zahl mit 33 Stellen. Namentlich 481,2… Quintillionen. Das ist wahnsinnig viel.

Aber davon mal abgesehen: eine Adresse besteht insgesamt aus 50 Zeichen (statischer und individueller Teil inkl. Domain), was 50 Bytes in einer simplen Textdatei entspricht. Bei (36^21)*50 Bytes wäre ich sehr sehr lange Zeit damit beschäftigt, bei voller Ausnutzung unserer 100MBit-Leitung, die Adress-Liste an LinkedIn zu übertragen. Nämlich ca. 60 Trilliarden Jahre. Da könnte ich den Urknall rund 4,4 Millionen Mal erleben.

Die Frage ist nun, LinkedIn grundsätzlich am Mailserver zu blockieren (vermutlich keine gute Option) oder eine Filterregel einzurichten, die alle LinkedIn-Einladungsmails an die Service-Domain direkt zur Support-Adresse von LinkedIn weiterleitet (verführerisch!). Ich muss da nochmal drüber nachdenken.

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