Kurztest Norton Security mit Backup

Die Zeiten ändern sich.

Dieser Beitrag scheint älter als 2 Jahre zu sein – eine lange Zeit im Internet. Der Inhalt ist vielleicht veraltet.

Norton AntiVirus war mein erster Virenscanner ever. Die Jungs vom amerikanischen Unternehmen Symantec genossen vor 20 Jahren mein Vertrauen. Das änderte sich Anfang des Jahrtausends, als Norton AntiVirus immer Ressourcenhungriger wurde und sich nur schlecht deinstallieren ließ. Nach nun ungefähr 12 Jahren habe ich Norton AntiVirus bzw. dem Komplettpaket Norton Security mit Backup wieder eine Chance gegeben. Und ehrlich gesagt bin ich einigermaßen positiv überrascht.

Die Installation lief problemlos. Ich konnte hier allerdings nicht auswählen, welche Komponenten ich installieren will. Somit ist das komplette Paket auf dem PC gelandet. Außerdem gibt es keine Erkennung von anderen installierten Virenscannern. F-Secure musste ich also manuell deinstallieren.

Wenn man nicht auf den Button „Nicht mehr fragen“ klickt, blendet Norton Security beim Surfen regelmäßig ein PopUp ein, um die Toolbar im Browser zu installieren. Ich hab sie kurz ausprobiert, aber sie hat mich gestört, also wurde sie wieder verbannt.

Ansonsten gab es erfrischend wenig Störungen im Betrieb. Ich konnte mit den Standardeinstellungen keine Performance-Einbrüche verbuchen und auch sonst gab es weder beim Surfen noch bei sonstigen häufig genutzten Anwendungen irgendwelche Probleme. Anpassungen in den Einstellungen waren nicht nötig. Auch der Hinweis, dass es sich hier nur um eine Testversion handelt, blieb bis kurz vor Ablauf der Testphase aus. Ab dann erschien bei jedem Start des Computers nur ein Hinweis, dass das Abo demnächst ablaufe und ob man es nicht verlängern wolle.

Neue Viren hat Norton leider nicht oft genug erkannt. Das Einsenden von Samples ist einfach, sofern man das entsprechende Formular auf der leider sehr unübersichtlichen Seite von Symantec erstmal gefunden hat. Rückmeldung habe ich in der Regel nach zwei Tagen bekommen, wobei einige Rückmeldungen auch länger gedauert haben und eine Einsendung vom 28.01. bis jetzt immer noch nicht beantwortet wurde. Die Erkennung der eingesendeten Viren war jedoch in der Regel spätestens nach 24 Stunden möglich.

Norton Security mit Backup hat, wie der Name schon vermuten lässt, eine Backup-Funktionalität. Das Backup auf lokalen Datenträgern ist hier möglich. Außerdem kann man auch Online-Backups ausführen, die sind aber an einen kostenpflichtigen Cloud-Anbieter gebunden. Eine Auswahl hat der Benutzer also leider nicht.

Auch das Tool zur Festplatten-Optimierung hat mir nicht gefallen. Mit einem Klick macht Norton dann ohne Rückfrage einfach irgendwas im Hintergrund, was man nicht sofort durchblickt. Ein wenig Kontrolle darüber gibt es in den Einstellungen. Dort findet man in der Aufgabenplanung grob granular, was an Optimierungen durchgeführt wird. Insbesondere SSD-Nutzer sollten hier vermutlich die „Festplattenoptimierung“ ausschalten, um unnötige Defragmentierung der SSD zu verhindern und somit die Lebenszeit der SSD nicht zu verkürzen. Ansonsten löscht Norton hier nur noch die temporären Windows-Dateien und den Cache des Internet Explorers (und auf Wunsch auch dessen Verlauf). Weitere Optimierungsaufgaben stehen nicht zur Verfügung.

Norton Security bringt ein Antispam-Plugin für Outlook mit. Damit werden eingehende E-Mails anhand von Adressbuch, Zulassungslisten und Blockierlisten überprüft. Außerdem kann es Informationen zu eingehenden E-Mails mit einer Web-Datenbank vergleichen. Das finde ich problematisch (bspw. Datenschutz). Schön wäre, wenn Norton hier lokal mit einem bayesschen Filter arbeiten würde. Außerdem schützt Norton standardmäßig nur die E-Mail-Ports 25 (SMTP) und 110 (POP3). Wer also IMAP oder verschlüsselte Verbindungen nutzt, muss die nötigen Ports selbst dort eintragen.

Alles in allem war Norton Security ok, wenn man nur einen Virenscanner und eine Firewall haben möchte. Der Rest der mitgebrachten Module ist für mein Empfinden nicht besonders gut umgesetzt oder überflüssig. Ich werde also nicht bei Norton bleiben, sondern mir einen neuen Kandidaten suchen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.