Kettenbriefe

Kettenbriefe sind keine Schmuckstücke!

Auch Kettenbriefe sind Spam. Leider kann man gegen diese Art des Spams nichts unternehmen, außer den Absender zu bitten, in Zukunft die Versendung zu unterlassen. Der Versand von Kettenbriefen kann übrigens auch eine Ordnungswidrigkeit nach § 118 OWiG darstellen. Der Ursprung dieser Mails ist in der Regel unbekannt. Einige Kettenmails sind ganz lustig, andere wiederum nur dazu da, dass das Internet verstopft und wieder andere sogar dazu da, Geld zu scheffeln.

Lustige:

Es ist eine lustige Idee, einen kleinen Fragebogen an seine Freunde zu schicken, den man vorher selbst beantwortet hat. So lernt man seine Freunde besser kennen. Diese Freunde senden diesen Fragebogen an den Absender zurück und leiten ihn an ihre Freunde weiter. So lange dies nicht übertrieben wird, ist dagegen nichts einzuwenden (das ist aber meine persönliche Meinung). Ein besonderes Erkennungsmerkmal im Betreff gibt es nicht – höchstens das Wort „Fragebogen“ oder so ähnlich.

Verstopfende:

Dann gibt es noch die Kettenmails, die nur dazu da sind, das Internet zu verstopfen. Dazu gehören beispielsweise Informationen über einen angeblich kranken kleinen Jungen, der unbedingt eine Operation braucht. Diese Operation soll über das Weiterleiten der Mail finanziert werden (angeblich würde der ISP 0,01 $ pro Mail mit dem einem festgelegten Betreff spenden). Das berühmteste Beispiel ist „Solidaridad con Brian“. Zu diesen Mails ist zu sagen, dass es weder die besagten Personen gibt, noch dass ein ISP Geld pro versendeter Mail mit dem festgelegten Betreff spendet. Selbst eine reale humanitäre Organisation würde nicht das Mittel eines Kettenbriefes wählen.
Ebenso ist es mit Virenmeldungen, die per Kettenmail ankommen. Kein AntiVirus-Software Unternehmen würde auf Kettenmails zurückgreifen, um über Viren aufmerksam zu machen. Diese Virenmeldungen sind einfach nur falsch. Da sie doch recht häufig vorkommen, gibt es dafür schon extra einen Namen: „Hoax“. Wer also eine Virenmeldung bekommt, der sollte sich, falls er sich unsicher ist, erstmal bei einem AntiViren-Software-Hersteller informieren, ob die Meldung wahr ist (sie ist es aber normalerweise nicht). Erkennen kann man solche Hoax-Meldungen an Betreffen, die ungefähr so lauten: „Achtung! Neuer gefährlicher Virus entdeckt!“.
Also ab in den Papierkorb und nicht weiterleiten!
Umfassend kann man sich über diese Hoaxes auch unter der Adresse hoax-info.de informieren. Eine Internetadresse, die ich sehr empfehlen kann, da ich bei jeder dubiosen Mail, die ich erhalte, fast immer sofort dort nachsehe, um herauszufinden, ob die Meldung echt oder nur eine Fälschung ist.

Geldabzocke:

Die dritte Variante sind die Abzocker-Kettenmails. Dort wird, wie in Variante zwei, ein Missstand (beispielsweise ein kleiner Junge, der Geld für eine Operation benötigt) erläutert und das Mitgefühl des Lesers erweckt. Am Ende der Mail wird dann eine Kontonummer angegeben, auf die man dann Geld überweisen kann, wenn man helfen wolle. Der einzige der davon jedoch profitiert ist der Urheber der Mail (es sei denn, die Polizei nimmt ihn wegen Betruges fest). Also keinesfalls eine solche Mail weiterleiten oder gar Geld spenden! Ofiizielle Organisationen werden nie einen Spendenaufruf mittels Kettenbrief machen. Wer eine solche Mail erhält, sollte sich am besten an die Polizei wenden.

Psychoterror:

Dann gibt es noch eine vierte Variante. Bisher ist mir aber nur ein Fall bekannt. Vor einigen Jahren wurde per Kettenbrief die Nachricht verbreitet, eine Frau sei schwer erkrankt und benötige Geld für eine komplizierte Operation. Weiterhin stand in der Mail, dass das Geld durch einen Anruf bei einer Telefonnummer gesammelt werden sollte. Die Frau, die es in Wirklichkeit auch gab, erfreute sich jedoch bester Gesundheit, bis diese Mail in Umlauf kam. Die Anrufe häuften sich, bis sie jeden Tag rund um die Uhr fast alle fünf Minuten einen Anruf erhielt, worauf hin die Telefonnummer geändert werden musste. Der Urheber wurde damals übrigens von der Polizei festgenommen. Auch solche Mails nicht weiterleiten, sondern sofort löschen.

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