Dialer – die kostenlose Zugangslüge

Dialer werden inzwischen so gut wie gar nicht mehr betrieben. Aus nostalgischen Gründen bleibt diese Seite aber erhalten.

Oft wird in Spam-Mails mit kostenlosen Produkten und Geschenken geworben. Ist man aber einmal auf diese Masche hereingefallen, so kann man sich bald gar nicht mehr vor Werbung für eigentlich überflüssige Produkte retten.

Anders ist es bei Sex-Spam. Dort werden Gratis-Bilder, kostenlose Zugangssoftware und angeblich gecrackte (modifizierte) Dialer angeboten. Möchte man beispielsweise die kostenlosen Bilder betrachten, wird man auf der jeweiligen Homepage aufgefordert, einen 0190-Dialer herunter zu laden. Möchte man die kostenlose Zugangssoftware benutzen, wird einem dasselbe geboten. Das einzige, was hierbei kostenlos ist, das ist das Programm an sich – die Telefonkosten schnellen jedoch in die Höhe.

Genauso verhält es sich bei den angeblich gecrackten Dialern. Auch hier wird man über eine 0190-Nummer ins Internet eingeloggt und man darf sich später über die Telefonrechnung freuen.


Die mieseste Masche ist jedoch ein so genannter Autodialer, der sich beim Aufruf einer Website oder schon beim Betrachten einer Email (mit Outlook oder Outlook Express) selbst installiert, sofern man nicht die optimalen ActiveX-Einstellungen eingestellt hat. Es empfiehlt sich, ActiveX immer eine Eingabeaufforderung vorzuschieben (Internet Explorer → Extras → Internetoptionen → Sicherheit → Internet → Stufe anpassen).

Gegen solche Dialer schützen beispielsweise der Smartsurfer von Web.de. Man kann sich übrigens auch weitere kostenlose 0190-Schutzsoftware zum Beispiel bei Chip oder ZDNet downloaden. Selbst das Bundesministerium für Sicherheit in der Informationstechnik bietet auf seiner Internetseite nützliche Downloads an.

Seit August 2003 sind Dialer-Anbieter verpflichtet, ihre Dialer bei der Bundesnetzagentur zu registrieren. Registriert werden können nur Dialer, die gewisse Kriterien erfüllen:

  • Aufklärung über entstehende Kosten
  • Benennung des Verantwortlichen
  • Deinstallationsroutine um den Dialer restlos zu entfernen
  • darf sich nicht von selbst installieren und starten
  • muss ausschließlich die Nummerngasse 09009 verwenden (0190 seit 14.12.2003 nicht mehr)
  • höchstens 2 € pro Minute oder 30 € pro Einwahl

Dadurch soll gewährleistet werden, dass Missbrauch so gut wie nicht mehr stattfinden kann, denn wer plötzlich eine Telefonrechnung über mehrere hundert Euro bekommt, ohne zu wissen, dass er sich nen Dialer eingefangen hat, muss diese Position nicht bezahlen.

Übrigens: Der versprochene Highspeed-Internet-Zugang ist auch nicht schneller als der normale. Wer per Modem surft, kann sowieso nicht mehr als 56kbps Verbindungsgeschwindigkeit mit einem 56k-Modem erreichen. Und ISDN geht auch nicht schneller als 64kbps (es sei denn mit Kanalbündelung). Wer DSL hat, braucht solche Software nicht zu fürchten, sofern man nicht noch zusätzlich eine ISDN-Karte eingebaut hat, die dazu noch ans Telefon-Netz angeschlossen ist, da es für DSL keine Dialer gibt (obgleich es wohl technisch möglich ist). Das einzige ärgerliche ist, dass das Dialer-Programm die geöffnete DFÜ-Verbindung trennt, um sich selbst einzuwählen (was bei DSL natürlich nicht klappt), so dass man sich erneut einwählen muss. Ein laufender Download wäre somit verloren gegangen, doch auch dafür gibt es Lösungen (Downloadmanager wie FreeDownloadManager).

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