SAW – moderne Unterhaltung

An Halloween ist er in den USA angelaufen, in die deutschen Kinos kommt der vierte Teil der brutalen Folterfilmreihe „SAW“ im Februar. Ich bin kein Psychologe und ich kann mir vorstellen, dass sich schon einige Psychologen darüber Gedanken gemacht haben, was die Gesellschaft so faszinierend an solchen Filmen findet. Ich habe mir unabhängig von anderen Meinungen natürlich auch eigene Gedanken gemacht.

Ok, ich habe definitiv nichts für solche Art Filme übrig und ich kann auch überhaupt kein Verständnis dafür aufbringen, wie man sich an diesen brutalen Folterszenen so ergötzen kann.

Den ersten konnte ich mir noch anschauen, der zweite war gerade noch erträglich, beim dritten ist mir teilweise wirklich schlecht geworden.

Wie gesagt, es entzieht sich meinem Verständnis, wie man solche Filme toll finden kann. Gerade in Zeiten, wo man häufig genug von Foltereien in den Nachrichten hört. Dass sowas auch noch propagiert und verherrlicht wird, ist schon ganz schön armselig. Insofern kann ich da manch einen schon verstehen, der die begeisterten Zuschauer als seelisch oder emotional verkrüppelt bezeichnet.

Na klar, der Fan von solchen Filmen wird jetzt auf den Verteidigungskurs gehen. Eigentlich wird doch gar nicht gefoltert, sondern die Menschen werden lediglich vor die Wahl gestellt, ob sie leben oder sterben wollen – und die Opfer hätten doch sogar tatsächlich eine Überlebenschance. Alles in allem sei es doch eine Kritik der egoistischen Gesellschaft.

Es wird nicht gefoltert? Na ja, ich weiß ja nicht, wie Du es bezeichnen würdest, wenn man Dich mit einer Bombe oder was anderem tötlichen in einem Raum gefangen hält und die einzige Möglichkeit darin besteht, dass Du Dir Dein Auge rauspulst, um einen kleinen Schlüssel zu finden, der das Schloss, welches Dich gefangen hält, zu öffnen. Ich bezeichne es als Folter. Wenn Du meinst, dass das doch nur ein Spaziergang sei, dann bedaure ich Dich. Ganz egal, ob jemand sein Leben zu schätzen weiß oder nicht… ein Raucher weiß sein Leben auch nicht zu schätzen. Eine Legitimation, alle Raucher auf brutalste Weise umzubringen?

Und es geht auch gar nicht um die Story. Dort gibt es sogar ein paar wenige Lichtblicke, die tatsächlich eine Kritik an der Gesellschaft hinein interpretieren lassen. Aber ein findiger Mensch kann auch in Scary Movie eine Gesellschaftskritik finden. Es geht mir allein um die Brutalität, mit der hier gespielt wird. Vielleicht bin ich dafür aber auch einfach zu sensibel… tut mir leid, wenn ich mich nicht darüber freuen kann, wenn ein Mensch nach dem anderen sinnbefreit und auf brutalste Art und Weise niedergemetzelt wird. Und was so ästhetisch daran ist, detailiert zu zeigen, wie Knochen brechen, Adern platzen, Gleidmaßen verstümmelt werden usw. bekomme ich einfach nicht in meinen Kopf.