Warum die Quelle wichtig ist

Seit einiger Zeit verlinken einige meiner Facebook-Kontakte immer mal wieder auf die Deutschen Wirtschaftsnachrichten (DWN). Für mich und für viele andere gibt es gute Gründe, dieses angebliche Nachrichtenportal nicht auf diese Weise zu unterstützen. Der vom Elektrischen Reporter (ZDF) bekannte Mario Sixtus schrieb unlängst:

(Wenn hier nur der Link zum Beitrag erscheint, wird der eingebundene Facebook-Beitrag von Deinem Adblocker ausgeblendet)

Das mag ein wenig provokant sein, aber trifft es sicherlich im Kern.

Warum aber soll jemand, der auf die DWN verlinkt, ein Idiot sein? Nun, dazu müsste man zunächst erklären, was an den DWN schlecht ist. Das Empfinden ist natürlich hier auch sehr subjektiv, auch wenn es von vielen geteilt wird. Daher ist meine folgende Aufzählung nicht eine in Stein gemeißelte Tatsachenbehauptung, sondern spiegelt lediglich das wider, welchen persönlichen Eindruck ich beim Durchstöbern der DWN sowie bei weiterführenden Recherchen gewonnen habe:

  • Die DWN spielen mit der Angst der Bürger vor der Krise. Viele Nachrichten sind tendenziös, populistisch und oft als Lobby-Arbeit für Euro-Gegner erkennbar. Damit meine ich nicht nur die Gemeinschaftswährung „€uro“, sondern auch das Gesamtkonstrukt der europäischen Union.
  • Die „Nachrichten“ auf diesem Portal sind häufig reißerisch und/oder suggestiv, transportieren dem Leser also eine bestimmte politische Botschaft. Eine neutrale Berichterstattung sieht anders aus.
  • Die DWN beziehen sich selbst teilweise auf unseriöse Quellen wie die Verschwörungstheoretiker vom Kopp Verlag, wo auch hin und wieder braunes Gedankengut zu finden ist.
  • Die Kommentare sind durchsetzt von Verschwörungstheorien und Rechtspopulismus wie Relativierungen („rechts und links kann man doch gar nicht mehr unterscheiden“) oder Reichsdeutschem Gedankengut („wir haben keine gültige Regierung, sondern werden nur von einer BRD GmbH beherrscht“).

Kurz: meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um ein unseriöses Portal, welches man nicht dadurch legitimieren sollte, indem man die dortigen Inhalte weiter verbreitet. Klar kann man die Kommentare nicht direkt dem Portal zuschreiben, wenn sich aber irgendwo vermehrt sowas tummelt, weiß man, welche Gruppen sich am ehesten von einem solchen Portal angesprochen fühlen und dies ist in indirekter Hinweis auf die Art und politische Ausrichtung der „Nachrichten“.

Nachdem ich (zugegebener Maßen etwas rüde) einem meiner Facebook-Kontakte sagte, was ich davon halte, dass er auf die DWN verlinkt, waren die Reaktionen durchmischt. Ich möchte mich aber hier nur mit den Reaktionen (sinngemäß) „Man sollte nicht die Quelle, sondern den Inhalt bewerten“ oder „Wenn auch nur die Hälfte davon stimmt“ beschäftigen.

Natürlich muss man immer die Quelle bewerten! Ein kritisch denkender Mensch kommt gar nicht daran vorbei. Würde man sich lediglich auf die Inhalte verlassen, ohne die Quelle hinsichtlich Glaubwürdigkeit zu prüfen, käme man schon bei der BILD nicht aus dem Staunen heraus. Dabei ist die BILD tatsächlich noch ein harmloses Beispiel. Viel schlimmer sind Links auf rechtsextreme Portale wie Political Incorrect (PI). Ganz klar kann auch eine dieser fragwürdigen Quellen komplett korrekte Inhalte liefern. Indem man aber unreflektiert auf diese Inhalte verlinkt, unterstützt man jedoch ebenso die Aussagen und Ambitionen der anderen Inhalte auf diesen Portalen. Einfach ausgedrückt: Wer auf einen neutralen Artikel auf der Internetseite der NPD verlinkt, der verlinkt trotzdem auf die NPD und macht sich somit zum Mit-Nazi. Wer auf einen einwandfreien Artikel bei PI verlinkt, verlinkt trotzdem zu PI und macht sich somit selbst zum Unterstützer von Islamfeindlichkeit. Und wer auf die DWN verlinkt, der vermittelt dadurch selbst EU-feindliche Ambitionen.

Viel schlimmer sind dann jedoch Aussagen wie „und wenn nur die Hälfte davon stimmt“. Solche Aussagen zeigen doch auf, dass man die Glaubwürdigkeit einer Quelle in Frage stellt, dies einem aber irgendwie scheiß egal ist und man nur wegen des Inhalts, den man nicht mal irgendwo geprüft hat, auf den Artikel verlinkt, weil es sich irgendwie spannend liest. Wenn nur die Hälfte stimmt oder wenn man sich nicht sicher ist, dass überhaupt irgendwas stimmt, dann verlinkt man nicht auf solche Artikel. Das Problem dabei ist ja nicht nur, dass man seine eigene Glaubwürdigkeit damit untergräbt. Das größere Problem ist, dass man damit Leute, die leichter zu beeinflussen sind, somit glauben macht, dass der Artikel lesenswert und glaubhaft sei, obwohl er es gar nicht ist. Und solche Leute verbreiten es einfach weiter, verkaufen es als Wahrheit und schon hat man einen Haufen Deppen, die glauben, dass Erich von Däniken ein anerkannter Wissenschaftler ist, dass Gott die Erde in sieben Tagen erschaffen hat oder dass Deutschland eigentlich unter der Herrschaft einer – wahlweise zionistisch oder amerikanisch geführten – BRD GmbH steht.

Ich kann also nur wiederholen: wer sich für die Quellen interessiert, der lebt nicht an den aktuellen Ereignissen vorbei. Im Gegenteil: wer sich für die Quellen interessiert, der prüft damit natürlich auch die Inhalte. Nur wer die Quelle nicht prüft, der wird auch die Inhalte nicht prüfen. Und wer Inhalte verbreitet, die er nicht geprüft hat, der ist – um es mit den Worten von Mario Sixtus auszudrücken – ein Idiot.

Knochenmarkspende VII

Über eine Woche ist nun die Stammzellenspende her. Ich habe alles gut überstanden.

Nach einer mittelschweren Katastrophe auf der Hinfahrt (total müde und dann kam auch noch wirklich jeder(!) Zug zu spät) habe ich es mir in dem 4-Sterne-Hotel erstmal gut gehen lassen. Am Dienstag musste ich aber früh aufstehen, da ich um spätestens 7:30 Uhr im Krankenhaus sein musste, wo ich allerdings noch über eine Stunde auf den Professor warten musste.
Nun ja, auch die Zeit ging irgendwann vorbei, ich wurde zwischenzeitlich nochmal kurz durchgecheckt und dann an das Gerät angeschlossen. 270 Minuten sollte ich nun ruhig daliegen und mein Blut durch den Separator laufen lassen. Zum Ende hin musste ich dann doch relativ dringend aufs Klo, leider (oder doch zum Glück?) wurde die letzte halbe Stunde nochmal verdoppelt, damit ich nicht am nächsten Tag nochmal hin musste. Ich habe die Spende letztendlich gut überstanden (es wäre allerdings gelogen, wenn ich behaupten würde, dass es auch gar nicht weh getan hat, aber es war trotzdem nicht schlimm).

Den Abend habe ich dann mit einer sehr netten und gastfreundlichen Gruppe schwarzer Seelen aus Hameln verbracht. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal nach Hameln (DThorn und seine Leute).

Einige Tage später habe ich dann auch erfahren, dass derjenige, für den ich gespendet habe, ein 36jähriger Amerikaner sei. Ich werde in ca. drei Monaten erfahren, wie sein Zustand ist und ich kann anonym Kontakt mit ihm aufnehmen, wenn ich möchte. Erst in zwei Jahren ist es mir dann möglich, ihn auch kennen zu lernen – so ist die Rechtslage (Datenschutz).

Knochenmarkspende VI

Gestern bin ich zu einer Freundin gefahren und habe auch das Wachstumspräparat für die Mobilisierung der körpereigenen Stammzellen (Granocyte) mitgebracht, da ich heute morgen ja die erste Spritze erhalten sollte. Problematisch war, dass ich den Zettel, auf dem draufstand, wann ich das Granocyte 34 und wann das Granocyte 13 nehmen soll, zu Hause vergessen hatte. Mir war das noch leicht im Unterbewusstsein, dass ich das Granocyte 34, von dem ich 5 Dosen erhalten hatte, jeweils am Morgen spritzen soll und das Granocyte 13, von dem ich 10 Dosen erhalten habe, jeden Tag abends jeweils zwei Spritzen nehmen soll. Ich war mir aber nicht mehr sicher. Und bevor ich irgendwas falsch mache, habe ich dann versucht, im Krankenhaus Hameln jemanden zu erreichen. Aber versuche mal, einen Spezialisten an einem Feiertag abends ab 19 Uhr zu erreichen… Und die Rufnummer des Notfallhandys der DKMS habe ich natürlich auch nirgendwo gespeichert (was ich aber definitiv nachholen werde).

Nachdem also der Versuch, mich in Hameln zu informieren, fehlschlug, habe ich zunächst den Notdienst der örtlichen Apotheke angerufen. Die nette Dame konnte mir allerdings auch nicht weiterhelfen, da sie auch nur anhand der Packungsbeilage, die ich ja selbst schon ausführlich studiert hatte, Informationen geben konnte. Also habe ich es beim DRK probiert. Die Jungs vom Rettungsdienst waren aber gerade im Einsatz und so bekam ich auch dort keine Antwort. Letztendlich habe ich dann im Universitätsklinikum Gießen angerufen und habe dort mit jemandem sprechen können, der Ahnung hatte. Leider wird in Gießen die Anwendung von Granocyte anders gehandhabt, so dass mir der Herr Professor auch nur empfehlen konnte, es heute morgen nochmal zu probieren, im Zweifelsfall würde er aber die Granocyte 34 morgens spritzen.

Nun denn, heute morgen habe ich glücklicherweise die Antwort bekommen: morgens eine Dosis Granocyte 34 und Abends zwei Dosen Granocyte 13.

Also habe ich heute morgen die erste Spritze in eine Hautfalte im Bauch erhalten (und ich musste feststellen, dass ich auch mal schlanker war).

Knochenmarkspende V

Heute habe ich gute Nachrichten erhalten. Für den 22. und 23. Mai wurde der Termin für die periphäre Stammzellenspende festgelegt. Der Termin ist in greifbarer Nähe und ich hoffe inständig, dass diesmal alles klappt. Leider muss ich aber noch einmal zur Blutuntersuchung, aber da ich das schon mehrfach überstanden habe, werde ich das nochmal überstehen.
Vor einigen Tagen habe ich die Serie CSI Las Vegas gesehen. Da ging es ebenfalls um an Leukämie erkrankte Personen. Leider hat entweder der Drehbuchautor oder das deutsche Synchronstudio dafür gesorgt, dass ein großes Vorurteil weiterhin besteht. Dort war nämlich in den meisten Fällen vom „Rückenmark“ die Rede. Richtig ist „Knochenmark“. Das Rückenmark hat mit Leukämie überhaupt nichts zu tun. Es wäre auch ziemlich gefährlich, das Rückenmark zu verletzen, da dies zu Querschnittslähmungen oder anderen irreparablen Schäden führen kann.

Knochenmarkspende IV

Eigentlich wäre ja am kommenden Dienstag der Termin für die periphäre Stammzellenentnahme. Vor kurzem (man entschuldige den Umstand, dass ich das nicht Zeitnah hier reingeschrieben habe) habe ich jedoch die Nachricht erhalten, dass es dem Patienten abermals schlechter geht. Der Termin wurde erneut um ca. einen Monat verschoben.

Ja, ist schon irgendwie blöd. Auch für mich, weil ich mich auch immer wieder terminlich umstellen muss – und mein Arbeitgeber ist auch schon etwas genervt, weil er die Planung ja auch entsprechend ausrichten muss. Außerdem muss ich unbedingt meinen Impfschutz auffrischen und das sollte ich nach Möglichkeit erst nach der Spende machen. Außerdem muss ich jedesmal wieder zum Arzt, um mir Blut abnehmen zu lassen, da die Untersuchungsergebnisse auf irgendwelche Infektionskrankheiten wohl nur eine Gültigkeit von 30 Tagen haben. Und meine Ärztin hat das mit dem Blutabnehmen leider nicht so wirklich drauf…