Kurztest Panda Global Protection 2015

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, eine Sicherheitssoftware den kompletten zur Verfügung stehenden Testzeitraum über zu testen. Bei Panda Global Protection 2015 möchte ich den Test aber nach 15 Tagen abbrechen, da ich die Software für viel zu mangelhaft halte, um weiter mit ihr zu arbeiten.

Zwar hat die Software des spanischen AntiVirus-Herstellers Panda Security ganz gute Ergebnisse bei der Erkennung von Viren aufgezeigt. Letztendlich konnte die Sicherheitssuite aber in anderen Bereichen nicht überzeugen. Von mir gibt es hier das Urteil: nicht empfehlenswert.

Für die Installation lädt man sich einen Installer von der Webseite, der die restlichen benötigten Daten für die Installation vom Server herunterlädt. Das und die anschließende Installation dauert recht lang, ist aber noch im Rahmen. Eine Auswahl der zu installierenden Optionen wird leider nicht geboten. Hier gilt: installiere alles oder nichts.

Die Benutzeroberfläche orientiert sich am Kachel-Stil von Windows 8. Ist für meinen Geschmack aber zu hässlich und vor allem auch unübersichtlich. Panda zeigt in der Testversion etwas zu aufdringlich bei jedem Start von Windows und zusätzlich bei jedem Aufruf der Benutzeroberfläche PopUps für den Kauf der Software an. Zwischendurch erinnern auch noch kleinere PopUps, dass ja schon Bedrohungen gefunden und entfernt wurden, also man die Software doch bitte kaufen solle. Ansonsten bleibt Panda ruhig, was dann in der Kaufversion dann auch zu erwarten sein sollte.

Performance-Schwierigkeiten hatte ich im Testzeitraum keine, allerdings machte Panda mein System instabil und verursachte unter bestimmten Umständen Bluescreens. (Ich hatte Bluescreens während der Verwendung der battle.net-Software und während des Surfens mit Google Chrome: „page_fault_in_nonpaged_area“ – NNSStrm.sys und NNSHttp.sys)

Wie schon gesagt, war die Erkennungsrate bei aktuellen Viren zwar gut. Ich habe hier zu den anderen bisher getesteten Virenscannern keine Unterschiede feststellen können. Beim Webschutz besteht allerdings noch Verbesserungsbedarf, da viele verseuchte Links, die ich getestet habe, erst nach einigen Tagen erkannt wurden. Bei heruntergeladenen Archiven, in denen Schadsoftware enthalten war, hat der Wächter keinen Alarm geschlagen. Erst explizit auf die Archive angewandte Scans haben die Schadsoftware darin erkannt. Bisher für Panda unbekannte Viren müssen umständlich neu in ein passwortgeschütztes ZIP gepackt und per E-Mail dorthin geschickt werden. Man erhält eine Empfangsbestätigung, aber leider keine weitere Rückmeldung, als welche Malware das eingeschickte Sample nun erkannt wird.

Die Firewall hat mich zum Glück nicht gestört und ich musste zu keinem Zeitpunkt manuell eingreifen. Sie bietet aber auch nur rudimentäre Funktionen und nicht mehr Einstellungsmöglichkeiten als die Windows Firewall. Hierfür also zusätzlich Geld auszugeben ist überflüssig.

Die Backup-Funktion von Panda Global Protection 2015 ist jedoch eine Frechheit. Hier hat man nur die Möglichkeit eines Online-Backups bei einem bestimmten Cloud-Dienst. 2 GB Speicherplatz sind zwar schon im Umfang enthalten, wer jedoch mehr Speicherplatz benötigt, muss relativ tief in die Tasche greifen. Backups auf Wechseldatenträger, externe Festplatten oder andere Online-Speicherplätze sind nicht möglich.

Einen Sandbox-Browser für Online-Banking sucht man in der Sicherheitssuite vergeblich. Immerhin ist eine virtuelle Tastatur enthalten, die einen Schutz vor Keyloggern bieten kann.

Weitere Werkzeuge sind ein Datei-Shredder, ein Datei-Verschlüssler, ein Kennwort-Manager und ein spezieller Schutz für persönliche Dateien. Letzterer sorgt angeblich dafür, dass Erpressungstrojaner, die bspw. wichtige Dokumente oder auch nur die Urlaubsbilder verschlüsseln wollen, daran gehindert werden. Hierzu muss man aber die Einstellungen prüfen und ggf. noch zusätzliche zu überwachende Ordner und Dateiendungen hinzufügen. Bei meinem Test dieser Funktion konnte ich allerdings Bilder mit einem Programm, welches noch nicht in Panda freigeschaltet war, bearbeiten, ohne dass Panda nachgefragt hat. Die Funktionalität dieses Werkzeugs stelle ich also in Frage.

Vermisst habe ich einen E-Mail-Schutz und eine Antispam-Komponente. Hat man nicht die Möglichkeit, schon direkt auf seinem Mailserver zu filtern (oder ist der Antispam/Antivirus-Dienst des Mailservers zu schlecht), bleibt einem nichts anderes übrig, als lokal am PC zu filtern. Ein Fehlen einer solcher Komponente in einem Sicherheitspaket ist sehr schade und mindert für mich den Wert.

Fazit: für die vom Hersteller verlangten knapp 51 € (für einen PC für ein Jahr) bietet die Sicherheitssuite deutlich zu wenig. Trotz relativ guter Bewertung bei AV-Comparatives und der auch von mir festgestellten guten Erkennung von Viren ist Panda Global Protection gesamt betrachtet enttäuschend. Zusammenfassend kann ich nur sagen: Lieber nicht! Bei der Konkurrenz gibt es bessere Produkte, die günstiger sind.

Kurztest Kaspersky PURE 3.0

Ich bin ja weiterhin auf der Suche nach einer guten Alternative für meinen bisherigen Favoriten G DATA AntiVirus. Jetzt habe ich einen Monat lang Kaspersky PURE 3.0 getestet und komme zu dem Ergebnis, dass der russische AntiViren-Spezialist ganz gute Arbeit geleistet hat. Natürlich hat Kaspersky bei der Installation keine Deinstallation anderer AntiVirus-Software durchgeführt, was ich etwas schade finde. Aber dieses Feature ist auch eher ein Nice-To-Have. Die Installation verlief problemlos und ich konnte auch hier auswählen, welche Komponenten ich tatsächlich installiert haben möchte.

Im Betrieb habe ich – abgesehen von den ständigen Meldungen, dass nur eine Testversion installiert sei – sonst so gut wie nichts von dem Virenscanner bemerkt. So soll es ja auch sein. Er soll friedlich und ohne mich am Arbeiten/Spielen zu hindern im Hintergrund laufen. Mit den Standardeinstellungen hatte ich keine Probleme mit der Software, die ich in der Regel verwende. Das heißt, dass ich keine Einstellungen ändern oder Ausnahmen definieren musste. Mein Rechner lief immer flüssig und ohne Einschränkungen beim Surfen.

2014-11-19 17_07_01-Kaspersky PURE 3.0Schädliche Internetseiten (ich hab einfach mal ein paar Links zu Malware-Seiten aufgerufen) werden mit einem entsprechenden Hinweis blockiert. Schädliche Mail-Anhänge werden meist sofort erkannt. Auch Malware, die irgendwo auf der Festplatte abgelegt ist, hat Kaspersky tadellos erkannt.

 

Hierzu muss man allerdings wissen, dass die Standard-Einstellung für das Update der Viren-Definitionen auf „automatisch“ steht. Kaspersky wartet dabei einige Zeit ab, bis es nach dem Hochfahren des Rechners seine Datenbank aktualisiert. Wenn mich nicht alles täuscht, sind das 15 Minuten. Hat man den Rechner also ein paar Tage lang nicht benutzt und öffnet in den ersten 15 Minuten bspw. einen Mail-Anhang, der mit Malware infiziert ist, so ist es gut möglich, dass man sich hier was einfängt. Zu empfehlen ist hier also, dass man die Standardeinstellung des Updates anpasst. Ich habe den Update-Mechanismus auf „stündlich“ gestellt und keine Verzögerung nach Programmstart eingestellt.

2014-11-19 17_16_30-Einstellungen

Erfreulicherweise hat auch die Firewall für keine Probleme gesorgt und das integrierte Backup kann – neben lokalen Medien – auch nach Dropbox sowie auf einen FTP-Server speichern. Die Backup-Methode ist dabei Datei-basiert und differenziell. Für die meisten Endanwender ist das ausreichend, wer sich mehr wünscht, sollte dann aber doch lieber zu Acronis oder einer anderen vergleichbaren Lösung greifen.

Kaspersky PURE 3.0 bietet noch eine Fülle an weiteren nützlichen Werkzeugen. So kann es auf Wunsch alle lokalen Aktivitätsspuren (Dateizugriffslisten, Cookies, Browsercache, Verlauf etc.) löschen oder auch den Rechner von überflüssigen Dateien (bspw. temporäre Dateien) befreien. Mit dem Werkzeug „Sicherer Zahlungsverkehr“ startet Kaspersky den im System eingestellten Standardbrowser in einem sicheren Kontext und ohne die installierten Erweiterungen. So wird das Online-Banking besonders geschützt. Selbstverständlich ist auch ein Werkzeug an Bord, um verschlüsselte Container für sensible Daten zu erstellen. Fehlen darf auch der Passwort-Manager nicht.

Alles in Allem hat Kaspersky mit PURE 3.0 einen soliden und gut durchdachten Security-Allrounder entwickelt, der auf überflüssigen Schnickschnack verzichtet, aber den Benutzer dafür nicht einschränkt oder mit irgendwelchen Problemen konfrontiert.

Schön wäre es noch, wenn ich tatsächlich Rückmeldung für eingereichte Viren unter http://newvirus.kaspersky.com bekommen würde. Bisher jedenfalls habe ich von meinen Einreichungen noch nichts gehört. Und schön wäre auch, wenn Kaspersky auch dort HTTPS verwenden würde, statt den Datenversand unverschlüsselt durchzuführen.

[Update 22.11.2014] Inzwischen habe ich auf meine erste Einreichung eine Antwort erhalten. Schade, dass es knapp zwei Wochen gedauert hat.

Bonjour deinstallieren

Apple verteilt mit seiner Software (bspw. iTunes), aber auch über Adobe Photoshop Anwendungen, seinen Bonjour-Dienst. Dabei handelt es sich um einen Netzwerk-Dienst, der im lokalen Netzwerk bspw. nach anderen PCs sucht, die (ebenfalls) über iTunes Musik freigegeben haben. Leider wird der Anwender nicht darauf hingewiesen, wenn dieser Dienst installiert wird. Und wer ihn nicht haben möchte, weil er ihn nicht benötigt, wird im Dunkeln gelassen (wie bei so vielen Produkten von Apple), wie er ihn deinstallieren kann.

Diese „Malware“ von Apple lässt sich aber relativ einfach und schnell wie folgt deinstallieren:

Start -> Ausführen (unter Vista muss dieser Befehlsschalter ggf. noch aktiviert werden) und folgendes eingeben:

„C:\Program Files\Bonjour\mDNSResponder.exe“ -remove

(Der Pfad muss ggf. angepasst werden. Bei Windows-XP ist es auf einem deutschen System C:\Programme\…)