Männer töten

Man muss kein Mörder sein, um einen Mann zu töten. Es geht viel einfacher.

Wir befinden uns in einer Gesellschaft, die paranoid auf sexuellen Missbrauch von Frauen und Kindern reagiert. Und wir sehen es am Beispiel von Andreas Türck. Gegen ihn wurde ein Verfahren eingeleitet, in welchem er als Vergewaltiger dasteht. Ganz egal, ob er es nun war oder nicht: es wird ihm ein Leben lang anhaften. Auch Dank der BILD-Zeitung, die ihn schon vorverurteilt hatte. (Übrigens sieht es inzwischen so aus, als hätte sein vermeintliches Opfer die ganze Geschichte nur erfunden, woran man auch gut die Wirkung einer solchen Geschichte erkennt.)

Daran merkt man, dass allein schon ein Vorwurf in diese Richtung denjenigen, dem dieser Vorwurf gemacht wird, in der Öffentlichkeit diskreditiert. „Verdient“ hat es jemand, der es tatsächlich getan hat, aber wenn jemand unschuldig angeklagt wird, ist es verdammt schwierig, zu rehabilitieren. Daran, dass Menschenleben auf so einfache Weise zerstört werden können sind die Medien schuld. Natürlich leben wir in einem Land, in der die Pressefreiheit gilt und diese Pressefreiheit auch solche Dinge einschließt. Es ist weiterhin auch Pflicht, gegebenenfalls eine Richtigstellung zu veröffentlichen. Doch sind solche Richtigstellungen keine Schlagzeile wert und erscheinen dann irgendwo im Kleingedruckten auf einer der eher uninteressanten Seiten der Zeitung. Sowas liest kaum jemand und so kann sich das Gerücht halten. Auch wenn es alle wissen, dass alles gar nicht stimmte, wird man nun den Mann mit viel kritischeren Augen betrachten, ob man nicht doch ein Fehlverhalten findet. Ganz zu schweigen von den anhaltenden Verspottungen und weiterer verbaler Attacken.

Wenn es um das Thema Kindesmissbrauch geht, ist unsere Gesellschaft jedoch noch sensibler. Es reicht ein netter Blick zu einem Kind, schon reagiert die eine oder andere Mutter darauf mit dem Vorwurf, man hätte sich dem Kind unzüchtig nähern wollen. Ein harmloses Streicheln über den Kopf wird als „betatschen“ aufgefasst. Ein Vater, der seinem Kind einen Kuss gibt, ist plötzlich jemand, der Abends zu seinem Kind ins Bett steigt und sich an ihm vergeht. Herumtollen mit Kindern und aus Versehen an eine Körperstelle gefasst, an die man normalerweise nicht fasst, wird bereits als sexueller Missbrauch gedeutet. Es ist heute schon ein Grund zur Anzeige, wenn ein Vater mit seinem Kind zusammen badet.
Man(n) traut sich heute fast schon gar nicht mehr, eigene Kinder in die Welt zu setzen. Bald fällt irgendwem sicherlich auch noch ein, dass ein Vater nicht die Windeln seiner Kinder wechseln sollte, da es ihn ja evtl. sexuell erregen könnte.

Mich wundert es gar nicht, wenn ein BILD-Zeitungsleser eines der oben genannten Verhaltensweisen zur Anzeige bringt. Obwohl es dazu nicht mal eines BILD-Zeitungslesers bedarf, denn auch Menschen mit höherem Intelligenzquotient neigen zu solch fatalen Taten.
Die Konsequenzen für das Opfer, das „irrtümlich“ für einen Täter gehalten wurde, sind verheerend. Allein der psychische Druck durch Verachtung und Misstrauen der Mitmenschen könnte womöglich zum Suizid führen. Der Denunziant muss allerhöchstens mit einer Verurteilung wegen Falscher Verdächtigung (§ 164 StGB) rechnen, doch ich kann mir vorstellen, dass sich auch dort die Gerichte schwertun und wohl eher die Meinung vertreten, dass es wohl besser gewesen ist, den Tatverdacht zu melden, auch wenn er sich nicht bewahrheitet hat, statt ihn nicht zu melden und es wäre etwas passiert.
In den USA ist es ja sogar möglich, 11jährige Kinder wegen angeblichem sexuellen Missbrauchs ihrer Geschwister ins Gefängnis zu stecken. Das lässt erkennen, dass hinsichtlich der Straftat, dem tatsächlichen sexuellen Missbrauch von Minderjährigen, sehr viele Möglichkeiten offen sind.

Wer also einen Mann töten möchte, ohne sich die Hände schmutzig zu machen, der muss nur ein Gerücht über ihn streuen, er vergreife sich sexuell an Kindern oder würde Frauen sexuell nötigen.

Hello Kitty

Viele (vor allem weibliche Wesen) lieben dieses Tier, aber viele hassen es. Jeder kennt die hässliche Ausgeburt der Hölle namens „Hello Kitty“, eine Katze aus Japan. Den Typ Frau, der darauf steht, fällt bei mir unter die Kategorie „hirnlos“. Wie abartig ich diese Missgeburt finde, seht ihr auf dem folgenden Bild…

Nachtrag: Hier noch ein Bild nach dem Motto „Burn Kitty, burn!“… Good bye Kitty *hrhr*

Burger King

Die neue Burger King Radio-Werbung ist schon mehr als traurig. Aber auch andere Marktteilnehmer schrecken vor einem effektiven Werbemittel nicht zurück: Kinder!

Immer wieder wird damit geworben, dass sich die Leute Kinder machen, um an Rabatte oder besondere Produkte ran zu kommen. Die menschliche Seite, die sozialen Verpflichtungen und was sonst mit Kindern ins Haus kommt, bleibt dabei außenvor. Ich finde es zwar gut, dass auch die Wirtschaft gegen den Geburtenrückgang vor gehen möchte, aber deshalb damit zu werben, dass man schnell Kinder macht, um die Vorzüge eines Produktes genießen zu können, ist inakzeptabel. Zumal ein Kind 9 Monate benötigt, bis es da ist – und dann sind die „Aktionen“ der Unternehmen schon längst eingestellt.

Ein klares: „Pfui!“ an Burger King mit seinem „Kids Menu“ und seine Werbegefährten.

Medienkatastrophen

Die Süddeutsche Zeitung ist meine Lieblingszeitung. Sie ist intellektuell und vermittelt viele Informationen. Die SZ hat ein hohes Niveau und ist dennoch gut zu lesen.
Ich würde es aber nicht ansprechen, wenn ich nicht einen negativen Anlass hätte. Die SZ hat wohl neuerdings neue Lektoren oder die Lektorenstellen waghalsig gekürzt. Es ist mehr als nur ärgerlich, wenn in der einst so tollen Zeitung Rechtschreibfehler, Tippfehler, vergessene Buchstaben und merkwürdige Grammatiken vorkommen. In der heutigen SZ ging es um „Rauschfgithandel“ und um die ZDF-Serie „Sternfl stern“. Das waren nur zwei Beispiele, die mir gerade spontan eingefallen sind. Doch das ist alles nicht so tragisch – ich lese weiterhin in der SZ.

Ein Artikel hat es mir heute mal wieder besonders angetan. Und zwar geht es in dem Artikel um die Verbrechen der Deutschen Medien.

Januar: der Prolo-Sender RTL (RTL = Rammeln Titten Lallen) schickt eine Gruppe der miesesten Güteklasse C Promis nach Australien in den Bush, wo diese dann „gefährliche“ Aufgaben erledigen müssen. Gefährlich war es wohl höchstens für die Tiere – ich möchte nicht wissen, wie viele Kakerlaken allein schon vom Anblick Küblböcks verendet sind. Einige Teilnehmer des Dschungelcamps verlieren (berechtigterweise) ihren Job. Leider hat RTL nicht dazugelernt und plant ein Revival.
Da das Niveau noch nicht ganz am Boden ist, wird kurzerhand der Nachfolger vom Bachelor ins TV gesetzt: die Bachelorette.

März: Die Chefetage bei Pro Sieben Sat 1 Media AG wird neu besetzt. Das Programm wird nicht besser – nur schlechter!
Talk-Clown Michel Friedman wird beim Koksen erwischt und es wird aufgedeckt, dass er lustige Parties mit Damen des horizontalen Gewerbes ausgiebig gefeiert hat. Ich glaube, dass die Prostituierten nur am Koks und am Geld interessiert waren – so ein schmieriger, öliger Mensch wie Friedman erzeugt jedenfalls bei mir nur Ekel. Hier stellt sich die Frage: Hatte Möllemann wohl doch Recht? Zumindest als Mitglied des Zentralrats der Juden sollte Friedman nun nicht mehr haltbar sein.

Mai: Anke Engelke versucht in Haralds Fußstapfen zu treten und startet mit einer Late Night Show. Wie ich geahnt hatte, ist ihre Schrittweite deutliche geringer als die von Harald, so dass ihre drittklassige Late Night Show sehr schnell floppte. Das intelligente Harald Schmidt Publikum hat sich das nicht angetan – dafür aber das stupide Publikum, dass nachmittags die Gerichts- und Talkshows in sich reinfrisst und abends ein Niveau wie bei der BILD-Zeitung benötigt – nämlich gar keins. Selbst dieses Publikum konnte Schreckschraube und Antiwitzexpertin Anke Engelke nicht lange für sich behalten.

Juni: Arabella Kiesbauer hört nach zehn Jahren mit ihrer Gruselshow auf! Gut? Ich weiß nicht, was läuft denn jetzt dort?
Der US-Medienkonzern Viacom kauft den Sender Viva – das Programm des Senders wird noch schlechter, als es sowieso schon war.

Juli: Pro Sieben startet die Ekel-Show „Die Alm“, wo, wie schon beim Dschungelcamp, eine Reihe Klasse C Promis ausgesucht werden. Die dürfen sich nun mit Ekel-Aufgaben rumschlagen – es ist jedoch fraglich, was ekliger ist. Die Aufgaben oder die Promis?

September: Der Niveau-Sumpf RTL macht seinem Image alle Ehre und zeigt Live Brust-Operationen. Pädagogisch wertvoll!
Sat 1 zieht das Niveau mit der Show „Kämpf um deine Frau“, in der männliche Versager darum in einem Camp kämpfen, dass ihre Frauen sie nicht verlassen. Ok, diese Show hatte wenigstens einen sozialen Hintergrund und letztendlich fand ich es toll, dass die Weicheier Manieren, Putzen und Kochen gelernt haben.
Pro Sieben strahlt die Show „Hire or Fire“ aus, welche jedoch aufgrund des bahnbrechenden Erfolges (hat die Show überhaupt jemand gesehen?) sofort wieder aus dem Programm fliegt. RTL hat von Titten wohl nicht genug und stellt Reiner Calmund für die Show Big Boss ein, die aber genauso ist, wie der Hauptdarsteller: langweilig und träge.

November: ARD und ZDF tuen es den Privatsender gleich und bringen ebenfalls stupide wie langweilige Doku-Soaps raus. Bei ARD ist es „Abenteuer 1900 – Leben im Gutshaus“ und beim ZDF „Traumfischer“ und „Sternflüstern II“.
Pro Sieben startet die Show „The Swan“, wo dumme hässliche Mädchen einer Schönheitsoperation unterzogen werden sollen. Leider ist denen kein Hirn eingepflanzt worden.

Dezember: Sex and the City läuft nicht mehr! Endlich kann man sich wieder ne Freundin zulegen, ohne dass man gezwungen wird, diese Serie zu sehen.


„Fortschritt ist die Verwirklichung von Utopien.“ Oscar Wilde; brit. Schriftsteller, 1854-1900