Knochenmarkspende II

Gestern bin ich wohlbehalten aus Hameln von der Voruntersuchung zurück gekehrt. Das Hotel war ok, auch wenn das Preis/Leistungs-Verhältnis nicht so ganz gestimmt hat (mein Zimmer sah aus wie ein 45€-Zimmer in nem 3-Sterne-Hotel, obwohl es mehr als das Doppelte gekostet hat und in einem 4-Sterne-Hotel war; bei der DKMS hat man mir aber gesagt, dass die Preise für Hotelzimmer bei irgendwelchen Messen in Hannover auch in Hameln ansteigen und dass das sicherlich daran liegen würde). Ich konnte auch die Nacht von Sonntag auf Montag ganz schlecht einschlafen und war deshalb morgens viel zu müde. Der kurze Gang zum Krankenhaus hat mich dann doch etwas aufgemuntert.
Natürlich wurde mir viel Blut abgenommen 😉 Aber auch Ultraschall, EKG, Lungentest und eine allgemeine Untersuchung („Und jetzt sagen Sie bitte ‚Ahhh'“) musste ich über mich ergehen lassen. Sehr interessant fand ich dabei die Tatsache, dass der Doktor, der die Ultraschall-Untersuchung bei mir gemacht hat, komplett taub ist und perfekt von den Lippen ablesen kann. Ich hab erst überlegt, warum der so komisch spricht, aber nachdem ich bescheid wusste, war es mir klar: er kann sich ja selbst nicht hören.
Ich durfte mir dann auch noch das Gerät in Aktion anschauen, mit dem die Stammzellen aus meinem Blut gewonnen werden. Die junge Dame hat mir versichert, dass man so gut wie gar nichts merken würde.

Nun bin ich natürlich auf die Spende sehr gespannt. Wenn ich Glück habe, kann ich meine Freundin als Begleitperson mitnehmen – sie muss halt nur frei bekommen. Die Spritzen mit dem Wachstumsfaktor habe ich am Montag auch schon erhalten. Jetzt muss ich mich nur noch dazu überwinden, sie mir ab dem 10.03.2007 selbst zu setzen.

Knochenmarkspende I

Im Jahre 2003 habe ich mich für die DKMS typisieren lassen. Der Anlass war eigentlich der Freund einer Mitschülerin, der an Leukämie erkrankt war. Auch wenn er den Kampf gegen den Blutkrebs letztendlich nicht geschafft hat, so hat er wenigstens dafür gesorgt, dass einige hundert Leute typisiert wurden und nun als Knochenmark-Spender für andere Leukämie-Patienten dienen.

Mitte Januar, es war der 19.01.2007, bekam ich einen Brief von der DKMS. Das war nichts ungewöhnliches, da die DKMS hin und wieder Info-Sendungen an die registrierten Spender verschickt. Als ich jedoch den Brief öffnete, kamen einige Dokumente zum Vorschein, die doch nicht auf eine übliche Info-Sendung schließen ließen, sondern mir aussagten, dass ich evtl. als Spender für einen Patienten in Frage kommen würde. Am 25.01.2007 habe ich dann bei meiner Hausärztin Blut für eine Bestätigungstypisierung abnehmen lassen, was leider nicht ganz komplikationsfrei verlief. Resumé der Blutabnahme: fünf Einstiche, noch zwei Wochen später blaue Flecken. Na ja, immerhin ist das Blut bei der DKMS angekommen.

Am 10.02.2007 erhielt ich dann die Antwort von der DKMS:

Das Ergebnis dieser Untersuchung liegt jetzt vor und es besagt, dass Ihre Gewebemerkmale mit denen des Patienten übereinstimmen und Sie der geeignete Spender wären.

Eine Knochenmarkspende kann heute auf zwei verschiedene Weisen erfolgen. Die erste Möglichkeit ist die direkte Entnahme des Knochenmarkes (nicht verwechseln mit dem Rückenmark!) aus dem Beckenknochen unter Vollnarkose. Die zweite Möglichkeit ist die periphäre Knochenmarkspende. Der Spender muss sich vier Tage vor der Spende jeden Tag jeweils morgens und abends eine Spritze mit Wachstumsanregern für die Knochenmarkzellen spritzen. Am Tag der Spende, dem fünften Tag, wird nur noch morgens gespritzt. Die Spende an sich läuft ab wie eine Dialyse (Blutwäsche). Das Blut läuft dabei durch einen Separator, der die Knochenmarkzellen vom Blut trennt. Diese Prozedur dauert ca. 4 Stunden, kann aber variieren. Je nachdem, wie gut die Knochenmarkzellen gebildet wurden und wie gut das Blut durch den Separator läuft, kann der Prozess zwischen 3 bis über 5 Stunden dauern und muss ggf. am nächsten Tag wiederholt bzw. fortgeführt werden.
Ich stelle mir das sehr anstrengend vor, da man sicherlich zwischendurch nicht einfach mal auf die Toilette gehen kann und auch sonst ziemlich „behindert“ ist. Wohl auch ist der Prozess sicherlich nicht gerade angenehm.

Morgen – halt, es ist ja schon nach Mitternacht – heute fahr ich nach Hameln, da ich morgen, am Montag den 19.02.2007, in der dortigen Entnahmeklinik eine Voruntersuchung habe. Was mich bei dieser Voruntersuchung erwartet, weiß ich nicht. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die noch Blut abnehmen werden. Denn bei irgendwelchen Untersuchungen wird immer Blut abgenommen. Immerhin werden die Kosten von der DKMS getragen – auch die Kosten für die Fahrt und das Hotel (welches ich übrigens viel zu teuer finde).

Nun ja, ich werde berichten, wie es in dieser Sache weitergeht.

PS: Der Spende-Termin ist für den 14.03.2007 geplant.

Endlich Nichtraucher?

Alle Jahre wieder versucht jeder Raucher, das Rauchen aufzugeben. Es gibt Leute, die schaffen das. Andere schaffen es nur mit Hilfsmitteln wie Nikotin-Pflastern oder Nikotin-Kaugummi. Die meisten geben aber schon nach kurzer Zeit entmutigt auf und greifen wieder zum Glimmstengel.

Das letzte Mal, dass ich das Rauchen aufgegeben habe, ist nun schon über zwei Jahre her. Das war im Sommer 2004, als ich mir kurzfristig finanziell keine Zigaretten mehr leisten konnte. Der Zustand betrug zwar nur wenige Tage, aber nach den wenigen Tagen hab ich dann einfach nicht mit dem Rauchen weitergemacht… drei Monate später hat mich die Sucht neu ergriffen.

Jetzt schlage ich mich schon wieder seit einigen Wochen mit dem Gedanken herum, das Rauchen zu lassen. Einfach so aufzuhören. Für vergangenen Sonntag hatte ich mir das dann auch fest vorgenommen – na ja, ganz geklappt hat es nicht. Sonntag habe ich noch gequalmt wie nichts gutes. Montag morgen, kurz nach dem Aufstehen, hatte ich dann das wohl entscheidende Erlebnis. Eigentlich war dieses Erlebnis nichts besonderes, da ich es schon öfters hatte – eigentlich schon zu oft, dass man es schon als regelmäßig wiederkehrendes Ereignis einstufen könnte.
Gleich nach dem Aufstehen muss der Herr nämlich in der Regel erstmal eine Zigarette rauchen. Und meistens bekommt das seinem Magen gar nicht gut. Ich war wegen dieser Magenkrämpfe auch schon zur Magenspiegelung (eine sehr unangenehme Sache sowas). Nun ja, ich bekam mal wieder diese Magenkrämpfe, musste mich mal wieder fast übergeben und habe mal wieder krampfhaft versucht, die Zigarette zuende zu rauchen. Bevor es aber wirklich ernst wurde, habe ich mich aber doch eines besseren besonnen, die Zigarette ausgemacht und mir klar gemacht, dass ich sowas definitiv nicht nötig hätte. Den ganzen Tag habe ich es dann auch gut ohne Kippen ausgehalten, als ich nach Hause kam, lagen aber noch die drei übrigen Zigaretten sehr verführerisch hier herum. Der Versuchung konnte ich nicht widerstehen, habe aber, nachdem auch diese drei Zigaretten vernichtet waren, keine neue Packung mehr gekauft und nun seit bestimmt schon 21 Stunden nicht mehr geraucht. Ich merke zwar die leichten Entzugserscheinungen, fühle mich aber dennoch ganz wohl bei der Sache.

Die körperlichen Entzugserscheinungen werden nach ca. drei Tagen fort sein. Ab dann gilt es, sich das Rauchen abzugewöhnen. Die Zigaretten nehmen den Alltag mehr ein, als man denkt. In dem Moment, wo ich hier sitze und den Text schreibe, hätte ich mir bestimmt schon mindestens eine Zigarette gegönnt. In der Berufsschule während der Unterrichtspausen habe ich früher geraucht, jetzt weiß ich gar nicht, was ich da sonst machen soll. Immer wenn mich die Langeweile geplagt hat, seis zu Hause oder auf der Arbeit, habe ich eine Zigarette geraucht. Am Computer saß ich zu Hause bisher grundsätzlich mit Zigarette. Nach dem Essen war immer Rauchen angesagt. Zum Alkohol muss man immer rauchen. Rauchen ist auch so eine Art Lebensgefühl, allerdings eine sehr ungesunde und teure Art. Nun ja, es gilt, diese Gewohnheiten anderweitig zu befriedigen oder sich diese Gewohnheiten einfach abzugewöhnen.

Außerdem hat es neben den gesundheitlichen und finanziellen Vorteilen, noch viele weitere Vorteile. Die eigenen Klamotten stinken nicht mehr nach Rauch. Man selbst stinkt nicht mehr nach Rauch aus dem Hals. Die Zähne verfärben sich nicht weiter gelb und auch die gelben Finger wird man irgendwann wieder los (wenn man welche hat). Man merkt, dass die eigene Kondition steigt, man wird leistungsfähiger – nicht nur körperlich, sondern auch geistig -, weil sich mehr Sauerstoff im Blut sammeln kann. Man muss auf Nichtraucher keine Rücksicht mehr nehmen. Wenn’s draußen kalt und/oder nass ist, kann man drinnen bleiben, während die Raucher sich ihren Arsch abfrieren.

Nun ja, ich habe gerade erst angefangen. Und wie gesagt, erst nach drei Tagen ist man nicht mehr körperlich abhängig,. Die Gewohnheit hat man nach ca. drei Wochen abgelegt. Ich stehe am Anfang und weiß, dass es nicht einfach wird. Bitte drückt mir die Daumen, dass ich es schaffe und dass ich nicht irgendwann wieder Rückfällig werde.

Raucherlunge

Jack in the Box

befreie mich!
öffne meine box und befreie mich
verdammt in alle ewigkeit
auszuharren in einem gefängnis
die wände sind undurchdringlich
befreie mich!
herausgelassen entfalte ich mein sein
offenheit und fröhlichkeit
doch schnell wieder zurück gesteckt
um meinem dasein zu fristen
in meinem gefängnis
befreie mich!
lass mich heraus aus meiner box
gib mir einen sinn zum leben
gib mir die liebe, die ich brauche
um aus meinem gefängnis zu entfliehen
um dir meine ganze liebe zu geben
die ich heimlich in mir verwahre
befreie mich!

© 2005 Grabsteinschubser