Je suis…

Am Donnerstag den 08.01.2015 wurden in Paris morgens Polizisten zu einem angeblichen Unfall gerufen und aus dem Hinterhalt beschossen. Dabei wurde eine Polizistin erschossen. Die Tat stand in Zusammenhang mit dem radikal-islamistischen Anschlag auf Charlie Hebdo. Der Täter konnte zunächst fliehen, machte aber am 09.01.2015 wieder auf sich aufmerksam, indem er in einem jüdischen Kaufhaus zunächst Geiseln nahm und im Laufe des Tages vier von ihnen erschoss.

Die Geiselnahme wurde zeitgleich mit der Geiselnahme durch die Attentäter vom 07.01.2015 in einer Druckerei nördlich von Paris beendet. Die Geiselnehmer wurden dabei erschossen. Insgesamt kostete der Angriff auf Charlie Hebdo 20 Menschen das Leben.

Man kann Karikaturen mögen oder hassen, sie können befriedigen oder beleidigen. Satire hält der Gesellschaft den Spiegel vor – hässlich, beleidigend, provokant, ungerecht, geschmacklos und überspitzt. Physische Gewalt als Antwort sollte aber nie eine Option sein!

Ich wiederhole mich: Mein Mitgefühl gilt jenen, die Opfer dieser grausamen Taten wurden. Unmittelbar und mittelbar. Den tatsächlichen Opfern, deren Angehörigen und Freunden sowie allen, die (nun) Opfer eines unberechtigten und unreflektierten Hasses werden.

Je suis Charlie

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Je suis Charlie – ich bin Charlie

Am 07.01.2015 stürmten mindestens zwei mit Sturmgewehren (offenbar Kalaschnikow) bewaffnete Männer die Redaktion des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris und töteten dort und auf der anschließenden Flucht 12 Menschen. Viele weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Die Hintergründe sind aktuell noch nicht geklärt, können aber mit der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in Verbindung stehen. Dafür spricht zumindest, dass die Attentäter bei ihrer Tat bzw. auf der Flucht „wir haben den Propheten gerächt“ gerufen haben sollen sowie „Allah ist mit uns“. Charlie Hebdo war schon in der Vergangenheit wegen Mohammed-Karikaturen ins Visier von islamistischen Terroristen geraten.

Der Angriff wird symbolisch als Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit gewertet. Leider wird er aber auch von Islam-Gegnern und rechten Gruppierungen instrumentalisiert, um gegen den Islam zu hetzen. Diese Tat bestätigt leider die kleingeistige Weltsicht solcher Leute, die bspw. für PEGIDA auf die Straße gehen. Dass diese sich dabei selbst widersprechen, indem sie nun für die Pressefreiheit skandieren, aber die Presse normalerweise als Lügenpresse bezeichnen, indem sie Unverständnis darüber äußern, warum man auf Karikaturen so reagiert, aber sich selbst nicht karikiert wissen möchte, zeugt jedenfalls nicht von einer gut durchdachten Linie.

Mein Mitgefühl gilt jenen, die Opfer dieser grausamen Tat wurden. Unmittelbar und mittelbar. Den tatsächlichen Opfern, deren Angehörigen und Freunden sowie allen, die (nun) Opfer eines unberechtigten und unreflektierten Hasses werden.

Schon werden auch die ersten Stimmen wieder laut, die mehr Sicherheit fordern. Euch sei aber gemahnt: „Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu erlangen, der wird am Ende beides verlieren.“ (Benjamin Franklin, paraphrasiert)