Gegen das Vergessen

Ja, was in Japan am Freitag passiert ist, bewegt in Deutschland die Bürger. Vor dem Hintergrund, dass Japan die schwerste nukleare Katastrophe seit Hiroshima und Nagasaki droht – diesmal allerdings nicht wegen der Amis, sondern wegen der eigenen krassen Unterschätzung der Gefahren von Atomenergie – gehen inzwischen auch wieder mehr Menschen auf die Straßen, um sich dem schamlosen Treiben der Atomlobby und ihren Marionetten aus der schwarz-gelben Koalition entgegen zu stellen.

Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Gaddafi in Libyen sein Volk mit brutalsten Methoden unterdrückt. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Menschen, die im Jemen für ihre Freiheit auf die Straße gehen, niedergeschossen werden. Wir dürfen nicht übersehen, dass im Bahrain saudi-arabische Truppen einmarschieren, um die Regierung bei der brutalen Niederschlagung von Demonstrationen für Freiheit zu unterstützen.

In die Luft geblasen

Wenn ich so höre, dass manch einer 200 € an Silvester verballert hat, bin ich stark am Zweifeln über die Vernunft mancher Mitmenschen. Die sollten beim nächsten Jahr dann doch lieber 50 € weniger ausgeben und den Betrag dann für einen sinnvollen Zweck spenden. Es gibt so viele Organisationen, die Hilfe mit finanziellen Mitteln nötig haben. Das Kinderhilfswerk, WWF, DRK, DKMS, Ärzte ohne Grenzen – um nur ein paar wenige zu nennen.

Gen-Datenbank gegen Hundekot

Eine erfreuliche Nachricht noch zum Jahresende, auch wenn die Umsetzung in Deutschland sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, falls sie denn überhaupt kommt:

Die israelische Tierärztin Tika Bar-On hat in ihrer Stadt eine örtliche DNA-Datenbank der Hunde angelegt, um gegen die lästigen Tretminen vorgehen zu können. Die „New York Times“ bezeichnet dieses Projekt als eine der besten Ideen des Jahres 2008. Ich unterschreibe das auf jeden Fall und wünsche mir ebenfalls solche Maßnahmen in den deutschen Gemeinden.

[Update 10.05.2013] Der Artikel, auf den ich mich beziehe, ist leider nicht mehr online. Hier gibt es einen Ersatz: http://www.welt.de/wissenschaft/tierwelt/article3112086/Kleinstadt-will-DNA-Proben-von-jedem-Hund.html [/Update]

SAW – moderne Unterhaltung

An Halloween ist er in den USA angelaufen, in die deutschen Kinos kommt der vierte Teil der brutalen Folterfilmreihe „SAW“ im Februar. Ich bin kein Psychologe und ich kann mir vorstellen, dass sich schon einige Psychologen darüber Gedanken gemacht haben, was die Gesellschaft so faszinierend an solchen Filmen findet. Ich habe mir unabhängig von anderen Meinungen natürlich auch eigene Gedanken gemacht.

Ok, ich habe definitiv nichts für solche Art Filme übrig und ich kann auch überhaupt kein Verständnis dafür aufbringen, wie man sich an diesen brutalen Folterszenen so ergötzen kann.

Den ersten konnte ich mir noch anschauen, der zweite war gerade noch erträglich, beim dritten ist mir teilweise wirklich schlecht geworden.

Wie gesagt, es entzieht sich meinem Verständnis, wie man solche Filme toll finden kann. Gerade in Zeiten, wo man häufig genug von Foltereien in den Nachrichten hört. Dass sowas auch noch propagiert und verherrlicht wird, ist schon ganz schön armselig. Insofern kann ich da manch einen schon verstehen, der die begeisterten Zuschauer als seelisch oder emotional verkrüppelt bezeichnet.

Na klar, der Fan von solchen Filmen wird jetzt auf den Verteidigungskurs gehen. Eigentlich wird doch gar nicht gefoltert, sondern die Menschen werden lediglich vor die Wahl gestellt, ob sie leben oder sterben wollen – und die Opfer hätten doch sogar tatsächlich eine Überlebenschance. Alles in allem sei es doch eine Kritik der egoistischen Gesellschaft.

Es wird nicht gefoltert? Na ja, ich weiß ja nicht, wie Du es bezeichnen würdest, wenn man Dich mit einer Bombe oder was anderem tötlichen in einem Raum gefangen hält und die einzige Möglichkeit darin besteht, dass Du Dir Dein Auge rauspulst, um einen kleinen Schlüssel zu finden, der das Schloss, welches Dich gefangen hält, zu öffnen. Ich bezeichne es als Folter. Wenn Du meinst, dass das doch nur ein Spaziergang sei, dann bedaure ich Dich. Ganz egal, ob jemand sein Leben zu schätzen weiß oder nicht… ein Raucher weiß sein Leben auch nicht zu schätzen. Eine Legitimation, alle Raucher auf brutalste Weise umzubringen?

Und es geht auch gar nicht um die Story. Dort gibt es sogar ein paar wenige Lichtblicke, die tatsächlich eine Kritik an der Gesellschaft hinein interpretieren lassen. Aber ein findiger Mensch kann auch in Scary Movie eine Gesellschaftskritik finden. Es geht mir allein um die Brutalität, mit der hier gespielt wird. Vielleicht bin ich dafür aber auch einfach zu sensibel… tut mir leid, wenn ich mich nicht darüber freuen kann, wenn ein Mensch nach dem anderen sinnbefreit und auf brutalste Art und Weise niedergemetzelt wird. Und was so ästhetisch daran ist, detailiert zu zeigen, wie Knochen brechen, Adern platzen, Gleidmaßen verstümmelt werden usw. bekomme ich einfach nicht in meinen Kopf.