Großraumbüros

Seit nun fast einem Jahr arbeite ich mit knapp 50 Kollegen zusammen in einem Großraumbüro. So ein Großraumbüro ist klasse. Es symbolisiert Offenheit, Teamgeist und Modernität. Es hat den Vorteil, dass man beinahe nichts verpasst und immer irgendwie an allem beteiligt ist. Kommunikation findet viel schneller statt, weil man nicht erst zu Telefon, E-Mail oder Instant Message greifen oder ins benachbarte Büro gehen muss. Ein Großraumbüro ist dynamischer, weil man in der Gestaltung der Tischanordnung freie Hand hat, ohne durch Wände begrenzt zu sein.

Aber Großraumbüros haben auch entscheidende und nicht zu verachtende Nachteile:
Je mehr Menschen in einem Raum sind, desto lauter wird es. Das ist ganz natürlich. Mit 50 Leuten kann das aber schon echt anstrengend werden. Ganz abgesehen von der normalen Lärmentwicklung gibt es aber immer wieder auch Kollegen, die durch Rücksichtslosigkeit glänzen, indem sie ihre Handys nicht lautlos, sondern auf volle Lautstärke stellen und am laufenden Band SMS oder WhatsApp-Nachrichten erhalten, so dass man ständig den virtuosen Klängen eben jener Apps ausgesetzt ist. Oder es wird ohne Kopfhörer irgendwelche Musik gehört oder Videos angeschaut, so dass das komplette Büro oder zumindest die unmittelbare Tischnachbarschaft unfreiwillig beschallt wird. Und manch einer erfreut die Kollegen mit unappetitlichen oder einfach nur nervigen Geräuschen (Pfeifen, Brummen, vor sich hin reden usw.). Abgesehen davon herrscht immer eine gewisse Hektik – ständig laufen Leute hin und her (hinter einem, vor einem, neben einem). Man hat niemals seine Ruhe, wenn man sich mal auf etwas konzentrieren muss. Und es ist ein unschönes Gefühl, wenn alle prinzipiell auf deinen Bildschirm schauen können. Dass man sich da recht schnell unwohl und gestresst fühlt, ist da nicht überraschend.

Wer ein eigenes Büro hat oder sich sein Büro nur mit bis zu drei Personen teilen muss, ist echt ein Glückspilz.

Endlich wieder Nichtraucher?

Gestern habe ich den Entschluss gefasst: „nur noch die drei Zigaretten, dann ist Schluss.“ Mein letzter Versuch war ja nicht besonders von Erfolg gekrönt, denn schon nach wenigen Wochen habe ich wieder gestunken wie ein Kohlekraftwerk.

Nun gut, jetzt wird alles besser. Denke ich. Aber ein vorsichtiges „mal sehen, wie lange ich es diesmal durchhalte“ klingt mit. Das fing schon heute morgen damit an, als ich zu meiner Frau sagte: ich habe Lust auf eine Zigarette. Auf dem Weg zur U-Bahn rauche ich normalerweise meine erste Kippe am Tag. Ich komme an einer Tankstelle vorbei, wo ich immer Nachschub besorge. Heute nicht! Ich bin tapfer, ignoriere den Drang so gut es geht und sitze alsbald in der U- und anschließend in der S-Bahn, die mich zu meinem Arbeitsplatz bringt. Da wartet dann die nächste Herausforderung auf mich, denn auf dem Weg von der S-Bahn ins Büro erwartete mich auch täglich eine Zigarette, der ich heute jedoch gekonnt auslasse. Stattdessen biege ich, in Gedanken versunken, an einer Kreuzung zu früh ab und wundere mich nach ca. 100 Metern, wo ich eigentlich bin. Es ist ja auch gar nicht so einfach, sich darauf zu konzentrieren, wohin man läuft, wenn man den immer noch lockenden Rauchschwaden von Passanten widerstehen muss.

Den Kollegen, mit denen ich regelmäßig vor die Tür gehe, um die Lunge zu teeren, habe ich beinahe schon beleidigte Absagen erteilt. Sehen die nicht, dass ich an einer wichtigen und guten Sache arbeite? Nachdem schon getuschelt wurde – so kam es mit mit meiner etwas breiigen Wahrnehmung jedenfalls vor – entschloss ich mich dann beim täglichen StandUp, auf meine missliche Lage hinzuweisen. Auch um selbst einen gewissen sozialen Druck für mich, dass ich durchhalten muss, aufzubauen. Immerhin erntete ich einen kurzen Applaus und Erfolgswünsche.
Überlebt habe ich die Zeit bis zum Feierabend dann mit viel Kaffee und Bonbons, auch wenn ich mitunter das Bedürfnis verspürte, einen Bissen vom Tisch zu nehmen.

Jetzt habe ich noch diesen Abend zu überstehen, bevor ich mich in einen beruhigenden Schlaf begeben kann. Morgen wird es hoffentlich besser gehen.