Kurztest avast! Premier

Der nächste Virenscanner in meinem Test-Marathon war avast! Premier. Die Virenspezialisten haben ihren Sitz in Tschechien und sind seit 1988 in der Branche tätig.

Den avast! Virenscanner gibt es auch in einer kostenlosen Variante, mich interessierte aber natürlich das komplette Paket mit allen Funktionen.

Die Installation war simpel. Ich habe einen Installer herunter geladen, der sich dann alle nötigen Dateien von den Avast-Servern abgeholt hat. Bei der Installation konnte ich auswählen, welche Module installiert werden sollen. Schade, dass bereits installierte Virenscanner nicht erkannt werden.

avast! erkennt automatisch (offenbar anhand meiner Browser-Settings), dass ich ein Google-Konto habe und ein Android-Gerät besitze. Mir wird hier direkt vorgeschlagen, die avast!-App auf meinem Smartphone zu installieren. Ich verneine dies aber, da ich bereits andere Sicherheitslösungen dafür habe.

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Je suis Charlie

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Je suis Charlie – ich bin Charlie

Am 07.01.2015 stürmten mindestens zwei mit Sturmgewehren (offenbar Kalaschnikow) bewaffnete Männer die Redaktion des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris und töteten dort und auf der anschließenden Flucht 12 Menschen. Viele weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Die Hintergründe sind aktuell noch nicht geklärt, können aber mit der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in Verbindung stehen. Dafür spricht zumindest, dass die Attentäter bei ihrer Tat bzw. auf der Flucht „wir haben den Propheten gerächt“ gerufen haben sollen sowie „Allah ist mit uns“. Charlie Hebdo war schon in der Vergangenheit wegen Mohammed-Karikaturen ins Visier von islamistischen Terroristen geraten.

Der Angriff wird symbolisch als Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit gewertet. Leider wird er aber auch von Islam-Gegnern und rechten Gruppierungen instrumentalisiert, um gegen den Islam zu hetzen. Diese Tat bestätigt leider die kleingeistige Weltsicht solcher Leute, die bspw. für PEGIDA auf die Straße gehen. Dass diese sich dabei selbst widersprechen, indem sie nun für die Pressefreiheit skandieren, aber die Presse normalerweise als Lügenpresse bezeichnen, indem sie Unverständnis darüber äußern, warum man auf Karikaturen so reagiert, aber sich selbst nicht karikiert wissen möchte, zeugt jedenfalls nicht von einer gut durchdachten Linie.

Mein Mitgefühl gilt jenen, die Opfer dieser grausamen Tat wurden. Unmittelbar und mittelbar. Den tatsächlichen Opfern, deren Angehörigen und Freunden sowie allen, die (nun) Opfer eines unberechtigten und unreflektierten Hasses werden.

Schon werden auch die ersten Stimmen wieder laut, die mehr Sicherheit fordern. Euch sei aber gemahnt: „Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu erlangen, der wird am Ende beides verlieren.“ (Benjamin Franklin, paraphrasiert)

G DATA vs. Bitdefender – ein Vergleich

Da ich nicht so ganz zufrieden mit meinem aktuellen Virenscanner G DATA AntiVirus war, habe ich mich dazu entschlossen, Alternativen auszuprobieren. Mein erster Versuch war nun Bitdefender, welches mir freundlicherweise für diesen Test von dem Vergleichsportal Netzsieger zur Verfügung gestellt wurde.

Manch einer wird wissen, dass in G DATA auch die Bitdefender-Engine arbeitet (und zusätzlich die Eigenentwicklung „CloseGap“). Und da Bitdefender beim unabhängigen AV-Comparatives sehr gut abschneidet, ist die Entscheidung naheliegend, dass ich mich zunächst dem Produkt von Bitdefender zuwende.

Testen werde ich aber nicht nur Bitdefender AntiVirus Plus 2015, sondern gleich das große Paket Bitdefender Total Security 2015. Dem gegenüber steht G DATA Total Protection 2014.

G DATA ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Bochum mit dem wundervoll grauenhaften Marketing-Sprech-Slogan „Trust in German Sicherheit“.

Bitdefender ist ein rumänisches Unternehmen, hat aber auch angeschlossene Firmen in Deutschland, Spanien, Großbritannien, Dänemark und USA. Der Slogan von Bitdefender lautet „Bester Schutz. Beste Leistung.“

Die Gründe meiner Unzufriedenheit mit G DATA AntiVirus habe ich in meinem Blog schon mal dargelegt. Und zwar gab es bei mir Probleme mit der Verhaltensüberwachung in Verbindung mit Google Chrome. Zwar hatte G DATA mir damals (2011) nach einigem Hin-und-her einen Hotfix zugeschickt, der aber in aktuellen Versionen keine Anwendung findet und somit den Rechner weiterhin gelegentlich unbenutzbar macht. Daher ist die Verhaltensüberwachung bei mir deaktiviert. Ein anderes Problem betrifft den Webschutz. Ist er aktiviert, wird jede HTTP-Verbindung auf Schädlichkeit geprüft, was dazu führt, dass sich Internetseiten teilweise nur sehr langsam aufbauen. Das Plugin für Outlook kann bei größeren Postfächern dazu führen, dass Outlook nicht mehr reagiert. Und der Outbreak-Shield (quasi eine heuristische Überwachung von E-Mail-Verkehr) führte in der Vergangenheit manchmal dazu, dass E-Mails nicht verschickt werden konnten oder dass Outlook ebenfalls nicht mehr reagiert. Aktuell ließ sich das aber nicht mehr nachvollziehen.

Positiv bei G DATA ist, dass ein Virenscan nur dann durchgeführt wird, wenn der PC im Leerlauf ist. Man hat also keinen geplanten Virenscan mehr, der einmal in der Woche den PC für mehrere Stunden lahm legt. Und dann vielleicht ausgerechnet zu einer Zeit, wo man mit Frau und/oder Freunden mal ne Runde zocken möchte.

Bitdefender hat bei mir während der gut einmonatigen Testphase zu keinen Performance-Einbußen geführt (und keine Scans während der „Arbeitszeit“ durchgeführt). Somit ist es dahingehend gleichwertig zu G DATA zu betrachten.

Die Installation von Bitdefender verlief sehr unspektakulär. Ein Installer übernimmt alle Schritte und lässt einem nicht mal die Möglichkeit zur Feinjustierung (also bspw. eine Auswahl, ob man bestimmte Komponenten vielleicht doch nicht mitinstallieren möchte). Das ist bei G DATA Total Protection besser gelöst. Dort kann ich im Setup alle Module auswählen, die ich installiert haben möchte.

Nach der Installation von Bitdefender wird man per großem PopUp über Bitdefender Safepay und die Bitdefender Geldbörse informiert.

Onlinebanking

Safepay ist ein abgeschotteter und sicherer Browser für Online-Shopping und Online-Banking. Er basiert auf Google Chrome, hängt aber in der Version etwas hinterher. Während Google Chrome aktuell in der Version 37 vorliegt, trägt die Safepay-Version die Versionsnummer 35. Ob das nun gut oder schlecht ist, kann ich nicht genau sagen. Immerhin ist Flash in der aktuellen Version installiert und Java ist deaktiviert. Außerdem ist eine virtuelle Tastatur verfügbar, so dass ein Keylogger keine Tastatureingaben vom System abfangen kann.

Wenn man gleichzeitig noch ein Backuptool von Acronis installiert hat, erscheint bei Safepay eine Warnmeldung, dass Safepay eventuell nicht richtig funktioniert und man Acronis am besten deaktivieren soll. Ich habe bei meinem Test jedoch keine Einschränkung feststellen können und habe die Warnung stets ignoriert.

G DATA bietet keine derartige Lösung, sondern setzt mit dem BankGuard auf Browsererweiterungen. Zu dem Banking-Sicherheitspaket gehört auch ein Schutz vor Keyloggern. Der BankGuard kann auch einzeln bezogen werden, ist dann aber vergleichsweise teuer.

Datenschutz und PC-Optimierung

Die Bitdefender Geldbörse verwaltet Kreditkartendaten, Passwörter und andere persönliche und sensible Daten. Ist im Grunde also ein Passwort-Manager, wie man sie auch zu Hauf kostenlos im Internet bekommen kann. G DATA bietet in Total Protection keine vergleichbare Lösung an.

Auch sonst bietet Bitdefender Total Security jede Menge nützlicher Tools, die man aber auch kostenlos im Internet finden kann. Wobei es hier natürlich eine Sache der Bequemlichkeit ist, dass man alle Tools über einen zentralen Punkt verwalten kann. Da wäre der Tresor, der einen verschlüsselten Container bereit stellt. Da wäre ein Datenschredder, PC-Optimierungstools wie Registry-Cleaner und Defragmentierung, Autostartüberwachung und eine Dublettensuche. Letztere hat bei mir allerdings einige angebliche Dubletten gefunden, wo es sich aber um unterschiedliche Dateien handelte. Inwieweit die Dublettensuche funktioniert ist mir nicht ganz klar. Auf jeden Fall ist es nicht (oder nicht nur) der Dateiname, sondern es scheint auch die exakte Dateigröße eine Rolle zu spielen. Die Inhalte der Dateien werden jedenfalls nicht berücksichtigt, sonst hätte ein Hash (bspw. MD5) der Dublettensuche sagen können, dass es sich in den genannten Fällen nicht um Dubletten handelte. Das Tool ist also nur mit Vorsicht zu genießen.

Auch G DATA lässt sich nicht lumpen und bietet ebenfalls diverse Tools an. So gibt es auch hier die Möglichkeit, Datentresore zu erstellen. Auch eine One-Click-Optimierung des Rechners wird angeboten. Beim ersten Start hat das Tool bei einer Festplatte nicht erkannt, ob es sich um eine herkömmliche HD oder um eine SSD handelt und mich gewarnt. Ich konnte dann entscheiden, ob ich die Defragmentierung für diese Platte deaktivieren möchte. Alle Einstellungen lassen sich einfach und gut verständlich anpassen. Wobei mir auch ein paar Einstellungen aufgefallen sind, die bei modernen Rechnern überhaupt keine Rolle mehr spielen sollten (bspw. Aktivierung des DMA-Modus für IDE-Laufwerke). Auf jeden Fall sollte man sich die Einstellungen vor der Optimierung anpassen, da dort standardmäßig auch eingestellt ist, dass zum Beispiel Browserverläufe und Cookies gelöscht werden. Das mag nicht jeder.

Im Gegensatz zu Bitdefender bietet G DATA beim Autostart-Manager ein paar weitere Features an. Natürlich lassen sich Autostarteinträge komplett deaktivieren, aber man hat zusätzlich die Möglichkeit, den Start von Programmen um bis zu 10 Minuten zu verzögern. Das kann dann sinnvoll sein, wenn man sehr viele Programme im Autostart hat und diese auch dort benötigt, aber nicht unbedingt sofort. So können die wichtigen Programme (bspw. Cloud-Dienste) schon mal starten, bevor etwas weniger wichtige Programme dann ein paar Minuten später erst nachladen.

Der Datenshredder von G DATA bindet sich in das Kontextmenü des Explorers ein, so dass man mit einem Rechtsklick auf die zu löschende Datei diese ganz bequem vernichten kann.

Eine Dublettensuche gibt es bei G DATA Total Protection nicht. Ich persönlich vermisse dieses Tool auch nicht, wobei es für den einen oder anderen schon hilfreich wäre, wenn so etwas irgendwann noch mit in das Repertoire kommt. Dann aber bitte zuverlässiger als derzeit bei Bitdefender.

Diebstahlschutz

Den Diebstahlschutz von Bitdefender konnte ich leider nicht testen. Dazu fehlt es mir an passendem Equipment (Windows-Laptop oder Android-Gerät). G DATA Total Protection fehlt ein solcher Diebstahlschutz jedoch ganz. Möchte man sein Android-Smartphone absichern, ist der Kauf von G DATA Internet Security für Android erforderlich. Damit lässt sich ein verlorenes oder gestohlenes Smartphone dann auch orten. Für Windows-Laptops „fehlt“ eine solche Funktion, allerdings ist es bei Laptops sowieso zweifelhaft, ob ein solcher Diebstahlschutz wirklich wirksam sein kann. Eine Ortung ist meist nicht möglich, da Laptops in der Regel nicht mit einem GPS-Modul ausgestattet und auch nicht dauerhaft mit dem Internet verbunden sind.

Soziale Medien

Ein weiteres Tool von Bitdefender ist Safego, welches den eigenen Facebook-Account vor bösartigen Links schützen soll. Aber bei mir will das Ding nicht so recht funktionieren. Jedenfalls sehe ich dort in der Übersicht zwar jede Menge wahrscheinlich bösartige Einträge, mit denen ich bzw. mein Facebook-Account aber rein gar nichts zu tun hat. Es kann natürlich sein, dass Safego alle Seiten, die ich „geliked“ habe, und deren Kommentare durchgeht. So ganz erschließt sich mir das jedoch nicht.

Backup

Interessant ist das Tool Safebox. Hierbei handelt es sich um einen sicheren Cloud-Speicher. Man erhält hier 2GB Speicherplatz und kann auf die dort gespeicherten Dateien von Windows-, Android- und iOS-Geräte zugreifen. Man kann den Speicher kostenpflichtig erweitern und erhält für knapp 40€ im Jahr 30GB und für knapp 70€ im Jahr 60GB. Zum Vergleich: bei Dropbox erhält man ebenfalls 2GB kostenlos und kann dies kostenlos durch Freundschaftswerbung oder Aktivieren von Smartphone-Funktionen auf ca. 8GB (oder sogar mehr?) erweitern. In der Pro-Version kostet Dropbox 99€ im Jahr und man erhält ein Terabyte (also 1.000GB). Microsoft OneDrive spendiert sogar 15GB kostenlos, man kann es kostenlos noch um weitere 8GB erweitern. Und 100GB gibt es für knapp 2€ im Monat, 200GB für knapp 4€ im Monat. Bei der Telekom gibt es sogar ganze 25GB kostenlos.
Preislich ist Safebox damit also eher teuer.

Eine richtige Backupfunktion ist in Bitdefender leider nicht enthalten. Hier kann G DATA auftrumpfen. Bei dem Backup-Modul handelt es sich um ein vollwertiges Backup-Programm, welches durchaus mit Profi-Lösungen mithalten kann. Ich kann hier Backups nicht nur gezielt planen (einmalig, stündlich, täglich, wöchentlich, monatlich), sondern auch entscheiden, ob immer eine Komplettsicherung gemacht werden soll oder lieber differenziell oder inkrementell. Ich kann Windows-Schattenkopien verwenden, kann das Backup verschlüsseln und sogar direkt bei Dropbox oder Google Drive ablegen. Wünschenswert wäre hier, dass weitere Cloud-Speicher unterstützt werden. Natürlich können Profi-Lösungen wie Acronis noch einige Dinge mehr, aber für den Ottonormalverbraucher ist das definitiv ausreichend.

Virenscanner und Firewall

Komme ich mal zu den Hauptfunktionen: Virenscanner und Firewall. Der Virenscanner von Bitdefender arbeitet ohne das System zu beeinträchtigen. Hätte mich auch stark gewundert, da inzwischen wohl jeder Hersteller von AntiVirus-Software darum bemüht ist, unbemerkt im Hintergrund zu agieren. Die meisten Viren werden auch anstandslos erkannt. Nicht erkannte Viren kann ich zu Bitdefender einschicken, allerdings ist diese Möglichkeit gut auf der englischsprachigen Internetseite versteckt. Und wenn man einen Virus einschickt, erhält man lediglich die automatische Rückmeldung, dass die Nachricht dort angekommen sein. Ansonsten jedoch keine weiteren Informationen. Bei G DATA ist es deutlich einfacher, einen Virus einzuschicken. Man erhält auch dort eine automatische Antwort, dass die Nachricht eingegangen sei, aber man erhält auch jedes Mal, wenn auch meist erst Tage später, eine Antwort, dass die eingeschickte Datei nun als der-und-der Virus erkannt wird. Mein persönlicher Spitzenreiter ist bisher Sophos, die meist noch am selben Tag antworten und ihre Virendefinitionen aktualisieren.

Im Virenscanner selbst habe ich bei Bitdefender keinerlei Einstellungen vornehmen müssen. Alles läuft so, wie ich es erwarte. Während bei G DATA etliche Ausnahmen definiert werden müssen (Google Chrome, Steam, …) und die Verhaltensüberwachung deaktiviert werden muss, sorgt Bitdefender für keine Probleme mit den von mir genutzten Programmen. Auch der Webschutz hat nicht für Unmut gesorgt, was ja bei G DATA schon hin und wieder problematisch war. Ich hatte ganz zu Anfang des Tests mal Probleme mit Dropbox in Verbindung mit dem SSL-Scan von Bitdefender, aber das hat sich offenbar von selbst gelöst. Ein wenig unschön fand ich, dass der Webschutz von Bitdefender vor jedem Link in der Google-Suche ein Symbol mit der jeweiligen Warnstufe einfügt (grün = ok, rot = gefährlich). Deshalb habe ich bei mir den „Suchberater“ ausgeschaltet. Dennoch halte ich diese Funktionalität für sinnvoll und berechtigt.

Die Firewall von Bitdefender ist jedoch eine gefühlte Katastrophe. Steam funktioniert nur, wenn man es manuell freigibt. Und nach jedem Update von Steam muss Steam neu freigegeben werden. Auch einige Remote-Tools (z.B. PC mit dem Smartphone ausschalten) oder der USB-Fernanschluss meiner Fritzbox geben keinen Mucks von sich, während eine RDP-Verbindung ohne Weiteres möglich ist und auch ein HTTP-Zugriff nicht blockiert wird. Selbst auf die Weboberfläche meiner Fritzbox komme ich mit aktivierter Firewall nicht mehr. Da kann ich auch gleich bei der Windows-Firewall bleiben, die funktioniert besser. Ich gebe zu, dass mein erster Eindruck von der Bitdefender Firewall mit dem Ärger mit Steam verbunden ist und dass das Blockieren des USB-Fernanschlusses auch nicht zu meiner Beruhigung beigetragen hat. Ebenso geht es gar nicht, dass der Webzugriff auf meine Fritzbox blockiert wird.

Da wünsche ich es mir doch, dass ich bei Unklarheiten gefragt werde, wie sich die Firewall verhalten soll.

Die Firewall von G DATA fragt zwar in den Standardeinstellungen auch nicht nach, aber dort hat bisher alles anstandslos funktioniert, ohne dass ich mich über irgendwas ärgern oder eingreifen musste.

Weitere Features wie Spamschutz und Kindersicherung habe ich nicht getestet. Ich bekomme da zu wenig Spam auf meine von Outlook verwalteten E-Mail-Adressen. Und für die Kindersicherung fehlt mir ein geeignetes Testfeld.

Fazit

In Ansätzen ist Bitdefender gut zu gebrauchen. Insbesondere der Virenscanner hat sich positiv hervorgetan. Die Benutzeroberfläche vom Gesamtpaket wirkt aber ungelenk, nicht gut durchdacht und unübersichtlich. Die Firewall hat mich verärgert und auch so manches Tool versprach mehr, als es gehalten hat. Der Support ist schwach und es fehlt ein Backup-Tool.

G DATA hat seine Schwächen, wenn man sie aber kennt, stellen sie kein großes Problem mehr da. Die Firewall lief unbemerkt und hat keine Probleme verursacht. Im direkten Vergleich zu Bitdefender hatte ich insgesamt bei G DATA ein besseres Gefühl. Das macht nicht nur die aufgeräumte und thematisch gut geliederte Benutzeroberfläche, sondern auch das Vorhandensein eines praktischen und funktionellen Backup-Programms.

Weitere Meinungen hinsichtlich Funktionsumfang und Nutzererlebnis zu Bitdefender, G DATA und anderen AntiVirus-Lösungen gibt es bspw. unter netzsieger.de/k/antivirus.

Internet ist langsam!

„Arne, du weißt doch immer Bescheid. Kannste mal gucken? Mein Internet ist echt langsam!“

Ok, erstmal geschaut, wie sich das ganze äußert. Es dauert länger als gewöhnlich, bis eine Internetseite aufgebaut wird. Manche Seiten gehen schneller, andere brauchen 5-6 Sekunden, bis man überhaupt was sieht. Virenscanner und Personal Firewall (GDATA InternetSecurity) auszuschalten hatte nichts gebracht.

Meine erste Vermutung, dass es vielleicht mit dem in der Fritzbox eingestellten Google-DNS (statt des vom Provider zugewiesenen DNS) zusammenhängen könnte, hat sich nicht bewahrheitet. Der Gedanke ist nicht ganz abwegig, so hatte ich das Problem, dass zum Beispiel iTunes nur sehr träge lief, bis ich den DNS umgestellt hatte (bspw. hier erwähnt: https://discussions.apple.com/thread/3884143?start=30&tstart=0).

Mit dem vom Provider zugewiesenen DNS ging es aber auch nicht besser, also weiter geprüft. Erstmal ein Traceroute auf eine Internetseite. Ok, das Gateway antwortet nicht so schnell, aber kann es wirklich das Problem sein? Test vom Laptop aus: ebenfalls schlechter Seitenaufbau. Ich teste also auch nochmal von meinen eigenen Geräten (iPhone und iPad): Seitenaufbau so, wie er sein soll. Also doch nicht der Internetanschluss.

Ich teste es nochmal selber mit abgeschalteter Firewall und Virenscanner: immer noch langsam. Statt Firefox mal Google Chrome getestet: geht gar nicht. Die Verhaltensüberwachung von GDATA, die ich bei mir aufgrund von extremer Unzulänglichkeiten in Verbindung mit Google Chrome deaktiviert habe (braucht man als erfahrener Nutzer ja eigentlich sowieso nicht), erkennt Chrome als schädlich und blockiert Chrome deshalb erstmal. Ich schalte die Verhaltensüberwachung aus und bleibe mit dem Blick an dem Punkt „Webschutz“ hängen. Ja klar, wenn man den Wächter deaktiviert, wird ja nicht der komplette Virenscanner deaktiviert, sondern die übrigen Module laufen weiter. So auch der Webschutz, der sich als Proxy zwischen Browser und Server schaltet. Ist der Webschutz deaktiviert, funktioniert der Seitenaufbau aller Internetseiten tadellos. Ist er an, wird der Seitenaufbau langsam. Also Webschutz deaktivieren (hab ich bei mir zu Hause auch – erfahrener Nutzer und so…).

Mein Fazit: GDATA AntiVirus ist brauchbar, wenn man zusätzliche Sicherheitsoptionen wie die Verhaltensüberwachung und den Webschutz deaktiviert. Ansonsten hat man gute Chancen, dass man sich wegen irgendwas ärgert. Der Virenscanner reicht in aller Regel vollkommen aus.

Ein teureres Security-Komplett-Paket (also Virenscanner UND Firewall) ist allgemein unnötig (egal welcher Hersteller), da der Ottonormalverbraucher gar nicht genau weiß, wie er damit umgehen muss, und der erfahrene Anwender, der damit umgehen könnte, per se sowas nicht nötig hat.

Good bye Windows XP!

Am 25. Oktober 2001 begann eine lange Ära. An dem Tag wurde Windows XP offiziell released. Damals dominierten noch Windows 2000 und Windows 9x (95/98/ME) den heimischen PC-Markt. Natürlich wurde das neue Betriebssystem aus Redmond von vielen noch kritisch beäugt. Viel zu bunt. Und es wurde auch geunkt, dass die Treiberunterstützung nicht umfangreich genug sei, obwohl es im Vergleich zu Windows 2000 eine deutliche Verbesserung gab und die meisten Hersteller zumindest für die Topseller ihrer Hardware Treiber für Windows XP im Vorfeld entwickelt haben.

Natürlich gab es zu Anfang noch Kinderkrankheiten bei XP, die größtenteils mit dem ServicePack 1, ungefähr ein dreiviertel Jahr später am 30. August 2002, behoben wurden. Im Februar 2003 folgte dann die Neuauflage des SP1 als ServicePack 1a, welches im Großen und Ganzen jedoch nur Sicherheitspatches und Hotfixes beinhaltete. Richtig gut und für die breite Masse sinnvoller wurde XP mit dem ServicePack 2, welches am 9. August 2004 veröffentlicht wurde und die in Windows integrierte Firewall standardmäßig aktivierte. Das war auch bitte nötig, da es zu der Zeit ausreichte, ein Windows XP nur für wenige Sekunden an das Internet anzuschließen, um es mit Viren zu infizieren. Die Firewall trug dazu bei, dass Windows erstmals einen für Ottonormalbenutzer brauchbaren hauseigenen Schutz mitbrachte und das System relativ sicher machte. Neben der Firewall wurden noch weitere Sicherheitsmerkmale zu XP hinzugefügt, wie die DEP (Data Execution Prevention = Datenausführungsverhinderung), die verhindern sollte, dass schadhafter Code sich im System einnisten kann. Mit der Zeit war aber klar, dass auch solche Mechanismen nur eine grundlegende Sicherheit bieten und man dennoch auf die Verwendung von Anti-Virus-Software angewiesen war, zumal natürlich auch die Entwickler von Schadsoftware mit der Zeit gingen und die neuen Sicherheitsmerkmale von XP relativ schnell umgangen werden konnten. Es war trotzdem ein richtiger Schritt. Am 21. April 2008 wurde das 3. und letzte ServicePack für Windows XP veröffentlicht. Über Windows Update stand es aufgrund einiger Probleme jedoch erst am 6. Mai zur Verfügung.

Bis heute war XP das erfolgreichste Windows aller Zeiten. Der Nachfolger Windows Vista war aus guten Gründen ein Flop. Ich habe es selbst kurze Zeit ausprobiert und hatte insbesondere mit der Performance Probleme. Wie gut, dass Windows 7 alles besser machte und die Vorteile aus Vista und XP in sich vereinbarte. Es war deutlich schneller und besser zu bedienen als Vista, so dass es sich beim Heimanwender und im Unternehmensbereich gut durchsetzen konnte. Auch der Nachfolger Windows 8/8.1 hat gute Aussichten, selbst wenn viele aufgrund der Metro-Oberfläche (Modern UI) und dem fehlenden Startmenü bedenken haben. Ich nutze es seit Erscheinen von Windows 8 jedoch begeistert, auch wenn ich selbst anfangs skeptisch war und gesagt habe: ich glaube nicht, dass es gut ist, aber ich gebe ihm ne Chance. Die Chance war auf jeden Fall verdient und inzwischen ist Windows 8.1 ganz gut bedienbar. Das Startmenü brauche ich eigentlich gar nicht mehr. Trotzdem finde ich es gut, dass Microsoft es noch dieses Jahr wieder zurück bringen will.

Gestern, am 08. April 2014 wurde nun auch der von Microsoft schon verlängerte Langzeitsupport für Windows XP beendet. Gestern gab es die letzten Sicherheitpatches. Diese halten noch ein paar Tage oder Wochen durch, doch kann es jederzeit sein, dass eine Sicherheitslücke gefunden wird, die aus Windows XP eine Gefahr für den Benutzer und seine Umwelt machen (bspw. Botnetze). Denn die organisierten Verbrecherbanden wissen auch, dass es für XP keine Sicherheitspatches mehr geben wird und sie wissen auch, dass XP immer noch weit verbreitet ist. Also werden sie auch weiterhin Schadsoftware entwickeln. Deshalb ist Windows XP ab sofort nicht mehr dazu geeignet, bspw. Online-Banking zu nutzen, da Banken im Falle eines Falles darauf verweisen können, dass der verwendete PC nicht mehr sicher genug war und der Nutzer somit auf allen entstandenen Kosten sitzen bleibt. Versicherungen und Gerichte könnten die weitere Nutzung von XP als grob fahrlässig oder sogar als vorsätzlich werten. Wer jetzt noch XP nutzt, handelt auf eigene Gefahr und muss mit allen Konsequenzen, die daraus entstehen, leben.

So long and thanks for all the fish! Good bye Windows XP!

XPGOODBYE